Ein neues Online-Spiel hat diese Woche die Basketball-Welt im Sturm erobert. Die Website 82-0 funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Spieler bekommen fünf Runden Zeit, um ein NBA-Starting-Five zusammenzustellen, das eine perfekte Saison hinlegt. Das System berechnet aus den Statistiken der gewählten Spieler eine sogenannte Strength Rating, simuliert dann eine komplette 82-Spiele-Saison durch und sagt voraus, ob das Team ungeschlagen bleibt.
Der Clou liegt in der Randomisierung. Zu Beginn jeder Runde drehen Spieler ein Rad, das ihnen zufällig ein Team und ein Jahrzehnt zuweist. Dann darf man nur Athleten wählen, die in diesem Zeitfenster tatsächlich für dieses Team gespielt haben. Wer etwa die Golden State Warriors aus den 1960ern erwischt, kann Wilt Chamberlain mit seinen 41,5 Punkten und 25,1 Rebounds pro Spiel auswählen. Das schafft sofort eine solide Basis für einen perfekten Saisonverlauf.
Seit dem Launch ist die Resonanz so groß, dass die Entwickler ihre Ko-fi-Finanzierungsziele von 100 auf 200 Dollar monatlich erhöht haben, nur um die Serverkosten zu decken. Inzwischen machen auch NBA-Teams und einzelne Profis mit und teilen ihre Lineups. Tyrese Haliburton von den Indiana Pacers merkte schnell, dass auch eine hochkarätige Auswahl nicht automatisch zu 82-0 führt. Die Chicago Bulls haben mit ihrer Sammlung legendärer Bulls-Spieler experimentiert, wobei unklar ist, ob sie die Regeln streng befolgt haben. Trey Murphy III von den New Orleans Pelicans wählte ein legendäres Quintett, angeführt von Chamberlain. Die Milwaukee Bucks bauten ein Team um Kareem Abdul-Jabbar, Oscar Robertson und Giannis Antetokounmpo. Die Miami Heat forderten ihre Fans auf, ein Dream-Team aus allen Heat-Epochen zusammenzustellen – mit LeBron James in der Liste scheint 82-0 dort durchaus machbar.
Ballports-Take: Das Spiel zeigt, wie sehr Basketball-Fans sich für Franchise-Geschichte interessieren. Für die DACH-Community ist 82-0 eine unterhaltsame Möglichkeit, sich mit NBA-Legenden verschiedener Ären vertraut zu machen – gerade wer nur moderne Stars kennt, lernt hier schnell, wie dominant Chamberlain oder Robertson waren. Die hohe Beteiligung von Teams und Spielern deutet darauf hin, dass NBA-Profis selbst gerne mit ihrer eigenen Histoire spielen. Wer mal Pause von Fantasy-Basketball braucht, findet hier ein kurzweiliges Konzept ohne echte Verluste.