Brunson führt Knicks ins Finale – New York schreibt Geschichte
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Brunson führt Knicks ins Finale – New York schreibt Geschichte

CLEVELAND - Die New York Knicks stehen erstmals seit 1999 in den NBA Finals. Was vor wenigen Monaten noch wie Wahnsinn klang, ist Realität geworden. Knicks-Besitzer James Dolan hatte Anfang Januar in einem Radio-Interview vollmundig erklärt, sein Team wolle nicht nur ins Finale kommen, sondern es auch gewinnen. Zu dem Zeitpunkt spielten die Knicks katastrophal. Zwischen Ende Dezember und Mitte Januar verloren sie neun von elf Spielen. Stunden nach Dolans Ankündigung kassierten sie die schlimmste Niederlage der Saison, eine 31-Punkte-Demütigung gegen die Detroit Pistons. Das Finale schien unerreichbar weit weg.

Nun haben die Knicks elf Playoff-Spiele hintereinander gewonnen, alle mit zweistelligen Siegen. Sie fegten Cleveland in der ersten Runde weg, während Boston – die große Favoritin – schon in Runde eins gegen Philadelphia verlor. Die Pistons, die die Knicks in der regulären Saison dominiert hatten, scheiterten in sieben Spielen an den Cavaliers. New York steht vier Siege vor seinem ersten Meistertitel seit 1973, damals noch vor der ABA/NBA-Fusion.

Im Zentrum dieser unwahrscheinlichen Geschichte steht Jalen Brunson. Der 6-Foot-2-Punkt Guard führt die Knicks an und wurde zum Most Valuable Player der Eastern Conference Finals ernannt. Das ist ein seltenes Phänomen. Nur zwei andere Spieler seiner Körpergröße oder kleiner haben je eine Championship-Mannschaft als unumstrittenes Gesicht angeführt: Isiah Thomas und Stephen Curry. Brunson könnte der dritte werden.

Als die Knicks Brunson 2022 als Free Agent signierten, war der Ton in der Liga ungläubig bis mitleidig. Die Dallas Mavericks hatten die Verlängerungsverhandlungen verhaut, aber Brunson zu New York zu bringen galt vielen als typisch Knicks: ambitioniert, aber naiv. Es löste zwar eine Tampering-Untersuchung aus, doch der generelle Eindruck war Resignation. Ein weiterer Versuch, ein weiterer Fehlschuss.

Die Knicks haben eine lange Geschichte, sich in Superstars zu verlieben, die nicht zusammenpassen. Stephon Marbury sollte die Rettung sein, brachte nur Enttäuschung. Nach dem gescheiterten LeBron-Traum von 2010 verpflichteten sie Amar'e Stoudemire, dessen Rücken chronisch angeschlagen war. Carmelo Anthony wollte König von New York sein, also drehten die Knicks ihr ganzes Projekt um ihn herum. Immer reaktiv, nie proaktiv. Immer dem nächsten großen Namen hinterher, ohne einen echten Plan zu haben.

Brunson sollte das nächste Kapitel dieser Misere werden – erst recht, weil Giannis Antetokounmpo bei den Milwaukee Bucks regierte, Tatum und Jaylen Brown in Boston dominierten und Joel Embiid Philadelphia anführte. Doch Brunson begann, diese Gegner nacheinander zu schlagen. In den Playoffs spielte er gegen die Celtics-Twins, gegen Embiid – und gewann. Das war der Moment, der alles veränderte. Plötzlich wollte Antetokounmpo im vergangenen Sommer zu den Knicks stoßen. Ein Point Guard, der Superstars anzieht statt abzustoßen. Ein Plan, der aufgeht.

Ballports-Take: Für deutsche Fans, die die Knicks verfolgen, ist dies das spannendste NBA-Kapitel seit Jahren. Brunson bewies, dass man nicht 7-Fuß groß sein muss, um eine Liga zu dominieren – eine Botschaft, die auch für die ELF relevant ist, wo talentierte Guards im Schatten der großen Receiver oft unterschätzt werden. Fantasy-Basketball-Spieler, die Brunson gecraftet haben, halten jetzt einen der heißesten Assets in der ganzen Liga. Seine historische Leistung in den Finals könnte seinen Marktwert explodieren lassen. Ob die Knicks tatsächlich den ersten Titel seit dem Merger gewinnen, entscheidet sich jetzt. Aber dass Brunson und New York überhaupt hier sind – das ist bereits Geschichte.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
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