Die Chicago Bears haben sich endgültig von der Hoffnung verabschiedet, in der Stadt zu bleiben. In einer Stellungnahme machte das Team am Donnerstag klar: Alle Möglichkeiten für ein neues Stadion innerhalb Chicagos sind ausgeschöpft. "Es gibt keine tragfähige Fläche in der Stadt", teilten die Bears mit. Übrig bleiben nur zwei Standorte, die das Team ernsthaft prüft: Arlington Heights in den Vororten von Illinois und Hammond in Indiana, etwa 25 Kilometer vom heutigen Soldier Field entfernt.
Diese Ansage folgt der bereits im März angedeuteten Strategie von Team-Präsident Kevin Warren, der auf dem jährlichen NFL-Treffen in Arizona bekräftigt hatte, dass eine Entscheidung für einen neuen überdachten Stadionbau bis zum frühen Sommer fallen würde. Die Bears haben seit mehr als 50 Jahren in Soldier Field gespielt, doch der Club besitzt das Gelände selbst nie gekauft. Weder während ihrer Zeit im Wrigley Field von 1921 bis 1970 noch später.
Indiana versucht unterdessen aggressiv, die Bears aus dem Windy City zu locken. Gesetzgeber des Staates haben einen Plan zur Finanzierung und zum Bau einer Kuppel-Arena in Hammond vorgelegt. Illinois reagierte mit einer eigenen Gesetzesvorlage: Megaprojekte ab 100 Millionen Dollar sollen Steuervergünstigungen erhalten, was direkt auf das Vorhaben der Bears abzielt, auf einem 326 Hektar großen Grundstück in Arlington Heights ein Komplex zu errichten, das sie bereits besitzen.
Die historische Dimension dieser Entwicklung darf nicht unterschätzt werden. Die Bears sind ein Charter-Franchise der NFL, gegründet 1920 als Decatur Staleys. Seit dem Umzug nach Chicago 1921 haben sie keine eigene Spielstätte besessen. Das könnte sich bald ändern, abhängig davon, welche der beiden Optionen Arlington Heights oder Hammond die Entscheidungsträger wählen.
Ballports-Take: Für deutsche Fans, die die NFL verfolgen, ist dies ein Wendepunkt in der Geschichte eines der traditionsreichsten Franchises der Liga. Ein Umzug nach Indiana würde die geografische Ordnung der AFC North verändern und Reisedistanzen neu definieren. Besonders relevant für potenzielle London-Games oder künftige internationale NFL-Events: Hammond liegt näher an den bestehenden Ostküsten-Hubs. Sollte Arlington Heights realisiert werden, bleibt das Franchise im Illinois-Raum, was für Fantasy-Football-Spieler weniger Drama bedeutet, aber für Historiker ein Schlag bleibt. Für DACH-Fans lohnt es sich, die kommenden Wochen im Auge zu behalten, wenn die finale Entscheidung ansteht.