Dan Snyder lässt seine Verbindungen zur Hauptstadt los. Fast drei Jahre nach dem Verkauf der Washington Commanders kam sein früheres Wohnhaus diese Woche zurück auf den Markt. Für 49,9 Millionen Dollar. Das ist 10,1 Millionen weniger als die Forderung vor zwei Jahren, bleibt aber die teuerste aktive Immobilie in der Region D.C.
Die Villa steht in Alexandria, Virginia, auf 16,5 Hektar Land, das einst zur Mount-Vernon-Plantage von George Washington gehörte. Snyder kaufte das Grundstück vor fünf Jahren für 48 Millionen Dollar bar. Das 5000 Quadratmeter große Haupthaus bietet acht Schlafzimmer, neun Badezimmer und sechs Halbäder. Dazu kommen ein Spielzimmer, Fitness-Studio, Bibliothek, Heimkino mit 15 Plätzen, Sauna- und Dampfbereich sowie einen Innenpool. Ein separates Gästehaus mit drei Zimmern und ein Kutschenhaus mit Studio-Apartment komplettieren das Anwesen. Das Gelände grenzt direkt an den Potomac River.
Michael Sobhi, der neue Makler der Sobhi Group, betont die Einzigartigkeit des Objekts. Es kombiniere historische Bedeutung in unmittelbarer Nähe zum Zentrum der US-Macht mit direktem Flussaccess, sagt er. Sobhi ist überzeugt: Keine andere Immobilie in der D.C.-Region könne das replizieren.
Snyder, der mittlerweile in London lebt, hatte die Commanders im Juli 2023 an Josh Harris und Konsorten für 6,1 Milliarden Dollar verkauft. Die Franchise ist heute 7,6 Milliarden Dollar wert. Das Anwesen war vor zwei Jahren mit 60 Millionen Dollar angeboten worden, wurde aber nicht verkauft. Parallel dazu hatte Snyder 2023 ein Haus in Bethesda, Maryland für 49 Millionen Dollar inseriert. Diese Immobilie spendete er 2024 an die American Cancer Society. Sie verkaufte später für 13,26 Millionen Dollar bei einer Auktion.
Snyders Zeit als Eigentümer der Commanders war von Turbulenzen geprägt. Zwischen 1999 und 2023 erlebte die Franchise nur sechs erfolgreiche Saisons und sechs Playoff-Auftritte in 24 Jahren. In der Postseason stand die Bilanz bei nur zwei Siegen gegen sechs Niederlagen. Die Organisation war zudem mit Skandalen konfrontiert. Congress untersuchte die Franchise wegen ihrer Unternehmenskultur. Es gab zahlreiche Vorwürfe sexueller Belästigung und Fragen zur finanziellen Geschäftspraxis. Im Februar 2022 folgte die Umbenennung in Commanders. Snyder und seine Ehefrau Tanya, Co-Eigentümerin, meldeten das Team im November 2022 zum Verkauf an.
Ballports-Take: Für deutsche Fans der Commanders ist diese Nachricht eher anekdotisch interessant. Sie zeigt aber symbolisch den Rückzug Snyders aus seinem früheren Reich. Ein Verkauf des Anwesens würde die komplette Trennung perfekt machen. Unter Josh Harris könnte die Franchise dagegen neu aufblühen. Der geplante Stadionneubau für die 2030er-Saison markiert einen sportlichen Neuanfang. Snyders Bilanz wird als warnendes Beispiel für Investoren diskutiert werden, die eine etablierte Franchise mit mangelhafter Strategie betreiben.