Patrick Mahomes hat es geschafft. Der Quarterback der Kansas City Chiefs unterschrieb den größten Vertrag in der NFL-Geschichte und wurde der erste Spieler, der eine Vereinbarung über mehr als eine halbe Milliarde Dollar unter Dach und Fach brachte. Mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 63,4 Millionen Dollar setzte Mahomes einen neuen Maßstab, an dem sich die gesamte Liga künftig orientieren wird.
Dass Quarterbacks in einer eigenen finanziellen Liga spielen, ist längst keine Überraschung mehr. Die zehn bestbezahlten Spieler der NFL sind allesamt QBs. Als Daniel Jones in dieser Offseason seinen Zweijahres-Deal mit den Indianapolis Colts über 88 Millionen Dollar unterschrieb, verdiente er damit mehr pro Jahr als alle Non-QBs bis auf zwei Ausnahmen. Niemand würde behaupten, dass Jones in der reinen Spielerqualität über Justin Jefferson oder Myles Garrett steht, doch für Teams ohne funktionierende Quarterback-Option zahlen sie bereitwillig Prämien, um nicht völlig im Stich gelassen zu werden.
Das QB-Marktsegment schien jahrelang kontinuierlich neue Höhen zu erreichen. Doch inzwischen zeichnet sich eine Grenze ab, die andere Franchises bisher nicht überschreiten wollten. Dallas Cowboys und Dak Prescott liefern das beste Beispiel für diese Zäsur. Nach einem ersten gescheiterten Verhandlungsmarathon waren die Cowboys gezwungen, ihrem Starting-QB einen extrem spielerfreundlichen Deal zu schneidern. Die zweite Runde der Gespräche war für Jerry Jones noch schwieriger. Am Ende erhielt Prescott 60 Millionen Dollar pro Saison plus No-Tag- und No-Trade-Klauseln. Jahrelang galt das als die Obergrenze.
Josh Allen kratzte an dieser Marke mit seinem Sechsjahres-Deal über 330 Millionen Dollar mit den Buffalo Bills, wobei die Bills die letzten vier Jahre seines vorherigen Vertrags rissen und ihm damit effektiv noch mehr Sicherheit gaben. Mit Mahomes' halbmilliarder Kontrakt ist klar: Diese Schwelle wird nicht länger halten.
Die NFL-Offseason der kommenden Jahre wird zeigen, welche Quarterbacks als nächste das Mahomes-Gehalt angreifen werden. Für das deutsche Publikum sind diese Entwicklungen relevant, weil sie das finanzielle Gefüge der gesamten Liga verschieben und beeinflussen, welche Stars ihre Teams behalten können und welche auf den Waiver Wire landen. Ein QB mit Mahomes-ähnlichen Stats wird bald von jedem Franchise eine ähnlich explosive Gehaltsstruktur fordern, was Kaskaden-Effekte durch den Rest des Rosters nach sich zieht.