Jason Collins, der Pionier, ist tot
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Jason Collins, der Pionier, ist tot

Jason Collins war groß. Nicht nur körperlich, obwohl die 2,13 Meter halfen, die Geschichte zu erzählen die er lebte. Er war groß im Geist, groß in seiner Bedeutung. Als erster offen schwuler Spieler in der NBA zeigte Collins etwas, das vielen unmöglich schien: dass homosexuelle Menschen überall atmen und gedeihen können, selbst in den brutalsten Zonen unter NBA-Körben, wo Zusammenprall und Ellbogen und unbewegliche Riesen zum Alltag gehören.

Collinss Coming-out 2013 war kühn und ehrlich zugleich, getragen von einer Würde die nicht gespielt wirkte. Er kehrte nach diesem öffentlichen Schritt in die NBA zurück und navigierte dabei den enormen Lärm eines Landes das vor allem eines kann: laut sein. 13 Jahre lang musste er danach ertragen, was kam. Die Anfeindungen, die Blicke, die Gefühle. Er entwickelte eine Philosophie um damit umzugehen, die er in einem Interview im April 2025 an einem Golfplatz in West Los Angeles erklärte. Dort, wo der Highway 405 unten vorbeifuhr und Jim Brown früher zu gehen pflegte wie eine geografische Formation.

Collinss Rat stammte von Judy Shepard, der Mutter von Matthew Shepard. Sie hatte ihm gesagt: "Du lebst dein Leben, du florierst, und das wird der Weg sein." Und einen anderen Rat bekam er: "Du musst nicht auf jeden Hasser antworten." Das könne sonst zum Whac-a-Mole-Spiel werden.

In den mittleren 2010ern hatte es so ausgesehen als würde Collinss Offenheit den Anfang einer Flut bedeuten. Mehr Profiathleten würden folgen. Aber die mittleren 2020er brachten nur ein Rinnsal mit sich, dafür wuchsen die Gegenreaktionen. Collins sprach von den "Schwankungen" der Geschichte, zitierte RuPaul mit "In unserem Land gibt es immer ein Hin und Her". Er vermutete auch dass vieles dieser Gegenreaktion durch Bots verstärkt wurde. Aber Wut empfand er weniger als Enttäuschung.

In jenem Interview für die Washington Post sagte er: "Welche Emotion man fühlt, es ist okay sie zu fühlen. Aber ich möchte, und ich spreche zur nächsten Generation oder zu jedem: Nutzt das was ihr fühlt für Gutes, für Positives. Das habe ich durch Sport gelernt. Selbst eine herzzerreißende Niederlage oder eine verhängnisvolle Verletzung. Zwei Knie-Operationen, eine Handgelenks-Dislokation, die Angst eines closeted Athletes. Aber wie kann ich das als Treibstoff für etwas Positives nutzen? Nicht als Spirale nach unten sondern als Weg um zu erheben, um zu sagen: Okay, ich nutze das um etwas zu verändern. In mir selbst, in meiner Community, in meinem Land, in der Welt."

Eine Woche vor diesem Interview hatte Collins als NBA-Cares-Botschafter etwa 20 Kindern in San Antonio bei einem Klinik-Training während des Final Four über alles vom Astronauten Sally Ride bis zur Güte von Coach Jerry Sloan erzählt. Er berichtete von einer kürzlichen Reise nach Bhutan wo er Basketball unterrichtete. "Ich kann ein guter Teamkollege sein", sagte Collins damals. "Ich kann es immer versuchen."

Am Dienstag starb Jason Collins mit 47 Jahren an Hirntumor. Er war erst 50 Wochen verheiratet mit seinem langjährigen Partner. Fünf Monate hatte die Diagnose gedauert.

Ballports-Take: Jason Collins war mehr als eine Schlagzeile über Repräsentation. Er war ein Mensch der sich entschied, sein Leben zu leben statt es zu verstecken, und das in einem Sport der von Hypermaskulinität und Konformität lebt. Für deutsche und europäische Fans die sich mit Basketball verbunden fühlen, zeigt Collinss Geschichte dass große Fragen von Identität und Sichtbarkeit im Sport überall relevant sind. Seine letzte große Lektion war nicht militant sondern sanft: einfach weiterleben, weitergeben, nicht in die Spirale verfallen. Das ist eine Botschaft die weit über Basketball hinausgeht.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
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