Darryn Peterson lässt die Jazz an das Ende der Aufbauzeit glauben
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Darryn Peterson lässt die Jazz an das Ende der Aufbauzeit glauben

Will Hardy sitzt neben seinem neuen Star-Rookie und erklärt ihm, wer Ed Reed ist. Das klingt nach einer merkwürdigen Trainings-Szene, ist aber bezeichnend für das Vertrauensverhältnis, das der Utah-Jazz-Coach in wenigen Tagen zu Darryn Peterson aufgebaut hat. Der 19-Jährige, an Position 2 des diesjährigen Drafts gewählt, war zum Trainingslager in Salt Lake City gekommen, nachdem er vorher nicht mal die Stadt besucht hatte. Peterson hatte gedacht, dass er an Position 1 hätte gehen sollen. Stattdessen wählten die Washington Wizards AJ Dybantsa von der BYU.

Doch Peterson ließ solche Gedanken schnell fallen. Im Combine in Chicago traf er sich mit Hardy und dem Utah-Team und betont seitdem, dass er sich "super comfortable" gefühlt hat. Die Jazz schickten ihre komplette Front-Office-Spitze nach Canton, Ohio, wo Peterson aufwuchs, um ihn zu treffen. Danny Ainge als CEO, Austin Ainge als Basketball-President, GM Justin Zanik und VP of Player Development Avery Bradley alle vor dem Draft im Hometown des Rookies. Das hat Eindruck gemacht.

In den ersten 17 Tagen und zwei Summer-League-Spielen in Salt Lake City zeigte Peterson sofort, warum die Jazz ihr Draft-Vertrauen in ihn setzten. Sein erstes Spiel war spektakulär genug, dass Hardy ihn sich Clip für Clip mit dem Rookie ansah, während der Rest des Teams einen freien Tag genoss. Dabei konzentrierte sich der Coach gezielt auf die Defense. Hardy verwendete dabei die Jazz-Jargon "Raven" für die defensive Shifting-Technik, die bei der Utah-Organisation gelehrt wird. Das Konzept nutzt die Spannweite eines Spielers mit ausgestreckten Armen. Die Bezeichnung ist ein Tribut an Ed Reed, den Hall-of-Fame-Safety der Baltimore Ravens. Peterson kannte Reed nicht. Auf die perplexe Reaktion hin machte Hardy einen zehnminütigen Umweg auf YouTube und zeigte dem Rookies Highlights des Legends. "He was nice", sagte Peterson hinterher, mit einem Augenzwinkern hinzufügend: "Ich bin ein Bengals-Guy. Sorry, Ed."

Hardy nimmt solche Football-Unterschiede gern hin, wenn es darum geht, den ehemaligen Kansas-Guard kennenzulernen. Peterson hat das Potenzial, das Gesicht der Franchise zu werden, das die Jazz während Hardys ganzer vierjähriger Amtszeit gesucht haben. Zusammen mit Keyonte George, der gerade eine Breakout-Saison hinter sich hat, könnte Utahs Backcourt etwas Spezielles werden. Dazu kommen noch Ace Bailey, die 2025er Pick auf Position 5, und Jaren Jackson Jr., der im Saisonverlauf geholt wurde.

George war ständig beim Summer-League-Team präsent. Der 22-Jährige besuchte jede Trainingseinheit und saß bei allen drei Salt-Lake-City-Spielen zusammen mit Jackson und anderen Veterans auf der Courtside. Alles deutet darauf hin, dass Utah sein Rebuild ernst meint. Peterson selbst sagte es so: "What excites me the most is being able to be a part of the young core. It's just a great basketball organization." Er ist sich sicher: Es ist Zeit zu gewinnen.

Für deutsche NBA-Fans ist Peterson eine interessante Figur, weil er zeigt, wie schnell ein Rookie-Vertrauen auch in schwierigen Situationen aufgebaut wird. Die Jazz haben eine klare Botschaft gesendet: Wir bauen nicht mehr, wir fangen an zu gewinnen. Peterson wird dabei ein Schlüsselspieler sein oder eine kostspielige Lektion. Beobachtungswert hat er sich aber mehr als verdient, auch wenn es bei uns weniger um NBA-Fantasy geht als um die generelle Frage, ob Utah einen echten neuen Core zusammenstellen kann.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
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