Caitlin Clark stand erstmals seit zwei Wochen wieder auf dem Parkett. Doch was hätte ein Comeback sein sollen, wurde zur Frustration. Die Indiana Fever verloren Mittwochabend gegen die Los Angeles Sparks 106-92, und Clark spielte nur 16 Minuten. Neun Punkte auf 4-of-12 Würfen, vier Rebounds, drei Assists, vier Turnovers. Nicht gerade die Statistik, die man von einer All-Star-Starterin erwartet, die im Saisonschnitt 21,2 Punkte und 8,2 Assists legt.
Clark hatte zwei Spiele wegen Rückenproblemen verpasst, die am 24. Juni während des 111-109-Verlusts gegen Phoenix aufflammten. Als sie zurückkehrte, funktionierte das klassische Rein-und-Raus-System: Sie spielte in Schüben von etwa drei Minuten, verließ dann die Bank, um ihren Rücken locker zu halten. Das ist nicht der Weg zur Spielpraxis. Sie sagte nach der Partie deutlich, was sie davon hält: Es ist verdammt schwer, in einen Rhythmus zu finden, wenn man ständig raus genommen wird. "For the most part, I got good looks. Some of them went, some of them didn't", sagte sie. "Ich hatte nicht das Gefühl für das Spiel, das ich sonst habe."
Clark ist bekannt dafür, dass sie Minutenbeschränkungen nicht mag. Aber gegen die medizinische Abteilung der Fever kommt sie nicht an. Coach Stephanie White erklärte, dass es Zeit braucht, um die Ausdauer wieder aufzubauen. "Sie konnte gar nicht so viel trainieren. The pressure at 94 feet in einem NBA-Spiel ist etwas ganz anderes." White betonte, dass eine Rückkehr nach einer Verletzung immer schwierig sei. Die gute Nachricht: Clark sagte, ihr Körper "feels great". Das Negative war das Gesamtbild der Fever. Kelsey Mitchell führte Indiana mit 29 Punkten an, musste aber hilflos zusehen, wie die Sparks 51 Prozent ihrer Würfe versenkt hatten. "Defensively, it kind of was just ugly", sagte Mitchell.
Aliyah Boston, die All-Star-Center der Fever, saß gegen die Sparks aus. Aber White kündigte an, dass Boston am Donnerstag gegen Phoenix spielen würde, während Clark ruhen soll. Das ist eine Vorsichtsmaßnahme. Boston war in 19 von 21 Spielen dabei, Clark in 18. Mittwoch vermissten die Fever Bostons 17,1 Punkte und 8,6 Rebounds pro Spiel deutlich. Das Spiel gegen Phoenix ist zudem nicht irgendein Spiel: Am 24. Juni war dort Alyssa Thomas zu weit gegangen, presste ihre Faust gegen Clarks Nacken und kassierte einen Feldverweis. Sie wurde für ein Spiel suspendiert. White wurde gefragt, ob dieser Vorfall eine Rolle beim Plan spielte, Clark gegen Phoenix ruhen zu lassen. Sie verneinte. Es sei eine reine medizinische Entscheidung gewesen, sagte White.
Für deutsche Fans, die Clark seit ihrem Draft 2023 verfolgen, ist das ein wichtiger Moment. Sie ist die Zukunft der WNBA, doch gerade jetzt zeigt sich auch die Realität: Selbst die besten Spielerinnen müssen Geduld mit ihrem Körper haben. Clarks körperliche Verfassung zu schonen ist langfristig wichtiger als ein schnelles Comeback. Die Fever spielen um jeden Sieg in einer eng umkämpften Saison, aber die medizinische Vorsicht ist sinnvoll. Wer Clark in den kommenden Wochen folgt, sollte im Auge behalten, ob die Minutenbeschränkungen fallen, oder ob die Fever konservativ bleiben.