Der NFL Draft 2027 findet in Washington, D.C. statt, und die Vorfreude ist berechtigt. Experten wie Matt Miller und Jordan Reid haben bereits intensiv Filmstudien betrieben und sich mit Scouts in der ganzen Liga ausgetauscht. Das Ergebnis ihrer Analyse: eine Ranked List der Top Five an jeder Position, plus mehrere Spieler, deren Bewertung durch externe Faktoren verkompliziert wird.
Bei den Quarterbacks führt Arch Manning von der University of Texas beide Rankings an. Der Name ist Programm in der Footballfamilie, und Manning hat bislang überzeugt. Dahinter folgt Dante Moore von Oregon, der ebenfalls auf beiden Listen landen. CJ Carr von Notre Dame und Darian Mensah von Miami runden die Elite ab, während Drew Mestemaker von der Oklahoma State die rangierenden Experten trennt. Mestemaker ist der klassische Risiko-Kandidat: Der 6-Fuß-4-Typ wirft stark, folgte aber seinem Coach Eric Morris gerade erst von North Texas nach Stillwater. Als Rookie-Starter 2025 legte er 4.379 Passing Yards und 34 Touchdowns hin, allerdings gegen schwächere Competition. Ob das gegen Top-Programme hält, bleibt zu klären.
Ein spannender Name außerhalb der Top Five ist LaNorris Sellers von South Carolina. Sellers galt als einer der besten QBs des Landes, enttäuschte aber 2025 mit Inkonstanz. Die Gamecocks haben ihn durch die Transfer Portal verstärkt und einen neuen Offensive Coordinator in Kendal Briles geholt. Scouts trauen Sellers Round-1-Werkzeuge zu, er muss aber Stabilität als Passer demonstrieren.
Bei den Running Backs dominiert Ahmad Hardy von Missouri die Listen, steht aber unter einem großen Fragezeichen: Hardy wurde im Mai bei einem Konzert ins Oberschenkel geschossen und musste operiert werden. Seine Verfügbarkeit für die kommende Saison ist ungeklärt. Wenn Hardy gesund zurückkehrt und sein Niveau aus der vergangenen Saison hält, könnte er der erste RB überhaupt gedraftet werden. Kewan Lacy von Ole Miss und Jadan Baugh von Florida belegen stabile Positionen in beiden Rankings.
Außerhalb der Top Five fällt Justice Haynes von Georgia Tech ins Auge. Der ehemals bei Alabama und Michigan spielende Back rannte 2024 für die Wolverines 857 Yards und zehn Touchdowns ein, bevor eine Fußverletzung seine Saison verkürzte. Mit 30 Career Receptions hat Haynes auch Receiving-Skills bewiesen. An der Georgia Tech, wo er als Workhorse in einem Run-Heavy Offense läuft, könnte er durchaus ins Top-Fünf-Gespräch aufsteigen.
Für deutsche Fantasy-Football-Spieler und Fans der nächsten Draft-Klasse lohnt sich jetzt bereits ein genaueres Auge auf diese Namen. Hardy ist der klassische Boom-oder-Bust-Fall: Kommt er fit zurück, könnte sein Value explodieren, genauso wie die Chancen sinken, falls die Verletzung ihm nachzieht. Sellers und Haynes sind potenzielle Sleeper, die bis zur Draft-Zeit deutlich aufgewertet werden könnten. Manning bleibt der sichere Top Pick, aber Mestemaker zeigt, dass auch Star-Namen nicht automatisch in jede Liste passen. Die Scouts wissen: Zwischen jetzt und dem Draft 2027 passiert noch viel.