James Dolan betrat die Kabine der New York Knicks kurz vor den Playoffs und hielt eine Rede, die seine Spieler aufrütteln sollte. Das Video, das später über den Podcast "Roommates Show" von Jalen Brunson und Josh Hart veröffentlicht wurde, entstand am 3. April mit noch fünf Spielen bis zum Ende der Regular Season. Der Knicks-Besitzer stand mit Notizen in der Hand vor seinen Profis und sprach Klartext: "This team can win it all."
Dolan malte den Spielern aus, was ein Meistertitel für ihre Leben bedeuten würde. Er sagte ihnen, dass sie den Titel für den Rest ihres Lebens in sich tragen würden, und dass dies auch auf ihn zutreffen würde. Ein Sieg wäre lebensverändernd, eine Niederlage würde als Gedanke nie wieder verschwinden. Der Knicks-Boss sprach auch über die Trainerwechsel: Tom Thibodeau wurde entlassen, Mike Brown wurde eingestellt und saß während der Rede direkt daneben. Dolan würdigte Thibodeaus Arbeit, stellte sich aber hinter die Entscheidung. Das Roster, das die Organisation aufgebaut hatte, sei genau das, was nötig sei, um einen Titel zu gewinnen.
"Wir dachten, dass ihr einen Trainer braucht, der euch zusammenbringt und euch als Team spielen lässt", sagte Dolan. Er betonte, dass ein gemeinsamer Aufwand besser sein würde als die Abhängigkeit von einer einzelnen Person. Diese Zehn-Wochen-Reise durch die Playoffs würde kurz sein, aber die Belohnung würde ein Leben lang nachwirken. Dolan erinnerte die Spieler daran, dass die Knicks 53 Jahre ohne Meistertitel waren. "Wenn man dich später vorstellt, egal ob du President of the United States wirst, sie werden anfangen mit: NBA champion 2026", sagte er.
Der Besitzer forderte die Spieler dann auf, mit den Medien nicht zu sprechen, besser zu essen und mehr zu schlafen. Er hatte sogar eine ungewöhnliche Idee: "Ich hatte die Vorstellung, dass ihr vielleicht auf Sex verzichten solltet für die nächsten zehn Wochen." Die Spartaner, so Dolan, hätten sich selbst verleugnet, um einen Vorteil zu haben. Er bat die Spieler, mit ihren Frauen und Partnern zu sprechen, ihnen zu erklären, um welche Art von Commitment es ginge. Die Ehepartner würden später Ringe bekommen, wenn die Knicks den Titel gewinnen würden.
Abschließend forderte Dolan bedingungslosen Gehorsam gegenüber dem Trainer. "Dein Coach hat die Antworten, was wir tun müssen, um zu gewinnen", sagte er. "Du musst seinen Anleitung folgen. Widme dich den Dingen, die er dir zeigt." Nach dieser Rede gewannen die Knicks die nächsten vier Regular-Season-Spiele, ließen ihre Starter in der letzten Partie ruhen und fuhren dann in den Playoffs auf, wo sie eine 13-Spiele-Gewinnserie schafften und die San Antonio Spurs in fünf Spielen besiegten.
Für deutsche Basketball-Fans ist Dolans Ansprache ein seltener Einblick in die emotionale Dimension großer Titel-Kampagnen im NBA-Geschäft. Solche Momente zeigen, wie der Eigentümer die mentale Last trägt und bewusst das Narrative für seine Mannschaft prägt. Die Frage ist jetzt, wie tief diese emotionale Verankerung trägt, wenn die Knicks in den nächsten Spielzeiten unter Druck geraten. Dass ein Besitzer so direkt mit seinen Spielern spricht, ist im europäischen Basketball unüblich, zeigt aber auch den enormen finanziellen und emotionalen Einsatz in der NBA.