Terry Rozier will zurück auf das NBA-Parkett. Der 32 Jahre alte Guard der Miami Heat kämpft gegen Vorwürfe der Sportwetten-Manipulation und wurde in der vergangenen Saison suspendiert. Eine Rückkehr in die Liga ist für ihn möglich, doch die Gerichtsbedingungen seiner Kaution machen das kompliziert.
Bundesrichterin LaShann DeArcy Hall lehnte am Mittwoch einen Antrag von Roziers Verteidigungsteam ab, seine Kautionsbedingungen zu lockern. Der Guard hatte gehofft, mit potentiellen Zeugen trainieren und spielen zu können, solange diese nicht über den Fall sprechen. Die Richterin sah darin ein unmögliches Unterfangen. Sie könne nicht überwachen, was auf dem Court zwischen Rozier und seinen Mitspielern besprochen wird.
Das war nicht Roziers erste Störung. Bereits vorher hatte er gegen die Kontaktverbote seiner 3-Millionen-Dollar-Kaution verstoßen, indem er eine Textnachricht an jemanden schickte, mit dem er gar nicht kommunizieren durfte. Sein Grund: Er wollte der Person mitteilen, dass sie auf seiner No-Contact-Liste stand. "Das sagt mir, dass er denkt, er weiß es besser als das Gericht", sagte DeArcy Hall unmissverständlich bei der Anhörung im Bundesgericht von Brooklyn. "Er hat das Vertrauen des Gerichts mit dieser Textnachricht verletzt."
Rozier wurde im Oktober festgenommen, Teil einer großangelegten Ermittlung gegen Sportwetten-Manipulationen, in die mittlerweile mehr als drei Dutzend Menschen verwickelt sind. Die Anklage wirft ihm vor, im März 2023 70.000 Dollar angenommen zu haben, um Wetter mit dem Insider-Tipp zu beglücken, dass er ein Hornets-Spiel wegen einer Unterschenkel-Verletzung vorzeitig verlassen würde. Niemand außer ihm wusste von diesem Plan. Sein Freund Deniro "Niro" Laster, ebenfalls angeklagt, teilte die Information und ermöglichte es anderen, mehr als 250.000 Dollar auf niedrigere Statistiken von Rozier zu wetten als die Wettquoten vorsahen.
Die Karriere-Statistiken erzählen die Geschichte eines soliden NBA-Veteranen. In zehn Saisons durchschnittlich 3,9 Punkte, 3,9 Rebounds und 3,5 Assists. Der längste Teil seiner Karriere verlief mit 4,5 Saisons bei den Charlotte Hornets, bevor ihn Miami 2024 holte. Die Heat entließ ihn im April. Ein Schiedsrichter entschied im Februar, dass Miami ihm sein volles Gehalt von 26,6 Millionen Dollar für die letzte Saison zahlen muss. Rozier hat sich nicht schuldig bekannt.
Sein Anwaltsteam wurde gerade umgestaltet. David Markus, der unter anderem Ghislaine Maxwell vertreten hat, übernahm jetzt als Lead Attorney. Er ersetzt Jim Trusty, ehemaliger Anwalt von Donald Trump. Nach der Anhörung sagte Markus zu Reportern: "Ich wünschte, wir würden bereits vor Gericht stehen, weil Terry unschuldig ist und wir der Welt zeigen wollen, dass er in das alles nicht verwickelt war." Der Prozess ist für Februar geplant. Roziers Verteidigung hat auch beantragt, den Fall von New York nach Miami zu verlegen.
Die Kontaktverbote sind das Kernproblem. Nach seiner Verhaftung wurde Rozier der Kontakt zur Heat und zu den Hornets untersagt. Später einigten sich Ermittler und Verteidigung darauf, die Liste auf Menschen zu beschränken, die 2023 bei den Hornets waren, als Rozier dort spielte. Markus argumentiert, dass NBA-Teams die aktuellen Kautionsbedingungen als Spielverbot interpretieren könnten. DeArcy Hall gab ihm teilweise recht: "Es ist keine Direktive, dass er nicht in der NBA spielen darf", sagte sie. "Aber unglücklicherweise gibt es eine Konsequenz, wegen Anklage angeklagt zu sein. Das ist die Realität."
Die Situation zeigt, wie komplex solche Fälle für die NBA sind. Malik Beasley, ebenfalls ein ehemaliger NBA-Spieler, plädierte gerade auf nicht schuldig auf Vorwürfe, dass er 2024 in bestimmten Spielen sein Spiel manipuliert habe, um Wetter zu bereichern und seine eigenen Schulden zu senken. Für Rozier bedeutet der jetzige Beschluss, dass eine NBA-Rückkehr zwar nicht unmöglich ist, aber erheblich erschwert wird. Die genaue Liste seiner Kontaktverbote wird weiter diskutiert, doch ohne Änderungen bleibt die Perspektive dunkel. ballports wird die Entwicklungen weiter beobachten, denn Falls Rozier tatsächlich zur Saison zurückkehrt, würde das eine der größten Geschichten des Jahres. Die nächste Anhörung und der Prozess im Februar werden zeigen, wie es weitergeht.