Atlanta Dream gewinnt mit 86:69 gegen Dallas Wings und zeigt dabei ein Wechselbad der Gefühle. Rhyne Howard ist die Anführerin. Die 25 Punkte und acht Assists der Guard setzen den Ton für eine Mannschaft, die abzieht und dann wieder abbricht, bevor sie in der Schlussphase eiskalt wird.
Atlanta startet furios. Schon nach dem ersten Viertel führt Dream mit 19:5, einen Vorsprung der sich anfühlt wie ein K.o.-Schlag, bevor Dallas überhaupt warmläuft. Das sieht nach Routine aus. Doch die Wings finden zurück ins Spiel. Ein 8:0-Run zum Auftakt des zweiten Viertels zeigt, dass Dallas nicht einfach kollabiert. Zur Halbzeit führt Atlanta mit 44:31, eine komfortable aber nicht dominante Marge.
Dann wird es eng. Die Wings kämpfen sich heran und nehmen die erste und einzige Führung des Spiels, 64:63, mit noch 7:35 Minuten. Dallas riecht Blut. Aber genau jetzt bricht Dream los. Ein 23:5-Run zum Abschluss der Partie entscheidet alles zugunsten Atlantas. Howard fehlt dabei die erste Hälfte noch, sie sitzt in der Concussion Protocol. Doch die Dream haben andere Waffen. Allisha Gray steuert 16 Punkte bei, Angel Reese kombiniert 15 Punkte mit neun Rebounds.
Dallas hingegen erstickt an eigenen Problemen. Paige Bueckers, die im Schnitt 20,8 Punkte wirft, kommt nur auf sieben. Arike Ogumbowale, normalerweise bei 17 Punkten im Durchschnitt, trifft zweimal. Zusammen schießen die beiden Asse 4 von 24 Mal. Der Anfang ist verheerend. Das Team startet 1 von 17 aus dem Feld, die Offensivmaschine blockiert total. Am Ende landen die Wings bei 38 Prozent Feldwurf, 7 von 28 Dreier und 6 von 12 Freiwürfe. Awak Kuler rettet etwas Ehre mit 16 Punkten von der Bank, Odyssey Sims hat 14, Jessica Shepard 10.
Atlanta dagegen hält sich schadlos. Die Dream schießen 55 Prozent insgesamt, treffen 6 von 15 Dreier und sind praktisch unfehlbar von der Freiwurflinie: 12 von 13. Das ist Effizienz, auch wenn Atlanta 17 Ballverluste produziert. Rookie Azzi Fudd sorgt für das erste Dallas-Tor, einen Dreier 6:12 Minuten ins Spiel. Eine kleine Episode in einem Spiel, das früh entschieden war.
Ballports-Take: Für deutsche Fans, die die WNBA verfolgen, ist das ein Lehrstück über Konstanz. Atlanta zeigt nicht nur, wie man eine frühe Führung ausspielt, sondern auch, wie man in kritischen Momenten den Fuß auf dem Gas behält. Howard ist das Gesicht dieser Mannschaft, und ihre Abwesenheit in der ersten Hälfte macht deutlich, wie wichtig sie für den Rhythmus ist. Dallas verliert, weil Bueckers und Ogumbowale völlig aus dem Spiel genommen werden. In der WNBA wie in jeder Liga: Wenn deine Top-Scorer kalt werden, brauchst du Plan B. Die Wings hatten keinen.