Eine 4:0-Serie in den NBA Finals ist selten. Seit 1959 hat es neun Sweeps gegeben. Die letzte Demonstration überlegener Kraft fand 2018 statt, als Golden State die Cleveland Cavaliers auseinandernehmen ließ.
Die Warriors dominierten 2017-18 mit Kevin Durant als Finals MVP. Er legte 35,2 Punkte pro Spiel auf, während LeBron James über die gesamten Playoffs hinweg 591 Punkte erzielte und damit der Top-Scorer war. Trotzdem reichte es Cleveland nicht, um auch nur ein Spiel zu gewinnen.
Geschaut man sich die Historie an, zeigen sich unterschiedliche Szenarien für einen Sweep. 2006-07 räumten die San Antonio Spurs mit einem ähnlich effizienten System auf. Tony Parker schoss 24,5 Punkte pro Spiel und erhielt die Finals MVP. Wieder war LeBron James der Playoff-Topscorer mit 501 Punkten, doch die Spurs waren einfach zu clever im Aufbau.
Die 2001-02er Lakers mit Shaquille O'Neal waren eine ähnliche Maschine. Shaq dominierte wie selten jemand: 36,3 Punkte und 12,3 Rebounds pro Spiel, dazu war er der Playoff-Topscorer mit 541 Punkten. Die New Jersey Nets hatten keine Antwort auf seine physische Präsenz.
Auch frühere Epochen zeigen das Muster. 1994-95 fegte Hakeem Olajuwon mit den Houston Rockets den Magic-Traum weg. Hakeem erzielte über alle Playoffs 725 Punkte, noch heute ein bemerkenswerter Wert. Sein Finals MVP reflektierte seine Dominanz: 32,8 Punkte und 11,5 Rebounds pro Spiel.
1988-89 entstand ein weiterer Sweep, diesmal durch die Detroit Pistons gegen die Lakers. Joe Dumars war Finals MVP, doch Michael Jordan führte die Playoff-Scoring mit 591 Punkten an. Der Unterschied: Die Pistons waren eine defensiv kohärente Maschine, während die Lakers mit Verletzungen kämpften.
Die Philadelphia 76ers 1982-83 zeigen, dass auch einzelne überragende Spieler einen Sweep möglich machen. Moses Malone mit 25,8 Punkten und beeindruckenden 18,0 Rebounds pro Spiel war kaum zu stoppen. Sein Playoff-Rebound-Total von 206 war der höchste der Postseason.
Weit zurück gehen die Golden State Warriors 1974-75 mit Rick Barry und Milwaukee 1970-71 mit dem jungen Kareem Abdul-Jabbar. Barry legte über die Playoffs 479 Punkte auf, Kareem erzielte 27,0 Punkte und 18,5 Rebounds in den Finals selbst.
Der erste Sweep der modernen Ära war 1958-59 mit den Boston Celtics. Elgin Baylor führte die Playoffs mit 331 Punkten an, doch die Celtics waren einfach zu dominant als Team.
Ballports-Take: Sweeps zeigen Machtverhältnisse, die über einzelne Spieler hinausgehen. Ob 2026 wieder ein 4:0 passiert, hängt davon ab, wie stark ein Team seinen Gap zur Konkurrenz aufbaut. Die neueren Beispiele zeigen: Nicht die höchsten Scorer gewinnen automatisch einen Sweep, sondern die Teams mit der besten Defensive und dem konsistentesten System über sieben Monate. Deutsche Fans können sich an diesen Daten orientieren, um zu verstehen, wann eine Dynastie wirklich überwältigend ist. Ein Sweep ist immer noch ein seltenes Ereignis, das die echte Elite von guten Teams unterscheidet.