Die New York Knicks verloren Spiel 3 der NBA Finals gegen die San Antonio Spurs mit 111:115 im Madison Square Garden. Es war die erste Niederlage nach 13 aufeinanderfolgenden Playoff-Siegen. Der Vorsprung der Knicks in der Serie schrumpfte auf 2:1.
Trainer Mike Brown kritisierte nach der Partie heftig die Schiedsrichterentscheidungen. Im dritten Viertel hatten die Spurs 14 Freiwürfe im Vergleich zu nur 3 für die Knicks. Über die gesamte zweite Spielhälfte war das Missverhältnis noch drastischer: San Antonio kam auf 24 Freiwurfversuche, New York auf nur 8. Die Knicks standen in den letzten 9:18 des vierten Viertels unter Foul-Strafe, was den Spurs zusätzliche Chancen gab. Brown sprach mit den Schiedsrichtern direkt an und betonte wiederholt bei der Pressekonferenz, dass beide Teams gefoult hätten. "Das ist die Frage, die ich ihnen gestellt habe. Vielleicht haben wir gefoult. Aber sie haben auch gefoult", erklärte Brown. Er wolle sicherstellen, dass die Schiedsrichter-Leistung Teil der Diskussion vor Spiel 4 am Mittwoch sein würde.
Doch die Knicks-Spieler selbst wollten sich nicht auf die Schiedsrichter ausreden. Center Karl-Anthony Towns machte klare Ballverluste und fehlende Ausführung für die Niederlage verantwortlich. "Das hat uns nicht das Spiel gekostet. Wir haben Bälle verloren. Haben nicht ausgeführt", sagte Towns. "Haben nicht das getan, das uns 13 Siege in Folge gebracht hat. So verliert man ein Spiel." Auch Point Guard Jalen Brunson verwies auf die Turnovers statt auf die Schiedsrichter. Er führte die Knicks mit 32 Punkten an (11 von 25 Würfen, 44%), blieb aber unter seinem bisherigen Playoff-Standard.
Brunson beschrieb die Offense im vierten Viertel als "ziemlich stagnierent". Das elegante Passspiel, das die Knicks ausgezeichnet hatte, kam nur in Flashes während der Comeback-Versuche zum Einsatz. OG Anunoby erzielte 28 Punkte und setzte sich gegen die Spurs weiter durch, benötigte dafür aber nur 13 Versuche. Towns, auf den die Knicks in der Postseason viel Offense aufgebaut hatten, bekam im zweiten Halbjahr deutlich weniger Ballbesitze. Im ersten Halbjahr hatten die Knicks noch 23 Punkte in 14 Spielzügen erzielt ohne einen einzigen Turnover.
Für deutsche Fans, die die Knicks verfolgen, ist diese Serie ein Wendepunkt. Browns öffentliche Kritik an den Schiedsrichtern wird die nächsten Spiele prägen, könnte aber auch zu härteren Fouls gegen New York führen. Brunson und Anunoby müssen ihre Offensive steigern, wenn die Knicks das erste NBA-Finals-Heimspiel seit 1999 tatsächlich zum Seriensieg nutzen wollen. Die Frage ist jetzt weniger, wer die bessere Mannschaft ist, sondern wer unter Druck besser Basketball spielt.