Die Toronto Tempo mussten in Indianapolis eine herbe Niederlage gegen die Indiana Fever hinnehmen. Das Ergebnis von 113:91 war bereits deutlich genug, doch das Spiel wurde durch eine schwere Verletzung überschattet: Brittney Sykes, die Nummer-3-Scorerin der Liga mit durchschnittlich 20,7 Punkten pro Spiel, zog sich in der dritten Partie eine Fußverletzung ohne Fremdeinwirkung zu und kehrte nicht aufs Feld zurück.
Sykes war auf dem rechten Flügel unterwegs, als sie sich zum Korb schneiden wollte. Plötzlich kollabierte sie in der Nähe der rechten Baseline, ohne dass sie von einer Gegnerin berührt worden wäre. Mit Unterstützung des Trainerstabs lief sie in die Kabine. Nach dem Spiel wurde sie mit einem medizinischen Roller gesehen, Eis war um ihren linken Fuß gewickelt. Sie wirkte aber bei guter Laune. Trainer Sandy Brondello gab keine genaue Diagnose ab, hofft aber, dass die Verletzung nicht zu ernst ausfällt. "Wenn man einen seiner besten Spieler verliert, ist das verdammt schwer", sagte Brondello. "Slims Schuhe werden wirklich hart zu füllen sein."
Sykes spielte nur 19 Minuten und erzielte 11 Punkte, dazu kamen drei Assists und zwei Rebounds. Nach ihrem Ausstieg dominierten die Fever das Spiel komplett: Sie outscorten Toronto 51:32 in den verbleibenden Minuten. Die Tempo verloren damit bereits das dritte Spiel in Folge und kämpfen ohnehin mit Verletzungsproblemen. Nyara Sabally fehlte mit einer Oberschenkelverletzung, Kiki Rice mit einer Fußverletzung. Julie Allemand spielte nur elf Minuten wegen einer "wirklich schlimmen Kopfschmerzen". Marina Mabrey, die zweite Komponente des Top-Guard-Duos der Tempo, tröstete Sykes nach dem Spiel. Sie schüttelte den Kopf: "Mein Gesicht sagt alles über das, was ich gefühlt habe."
Für Indiana war es ein rekordverdächtiger Abend. Mit 113 Punkten erzielte die Fever die meisten Punkte in einem Regular-Season-Spiel ihrer Franchise-Geschichte. Caitlin Clark legte eine Meisterleistung hin: 21 Punkte, 14 Assists und fünf Rebounds. Die 14 Assists sind gleichzeitig die fünftmeisten in einem WNBA-Spiel überhaupt. Clark wurde dabei zur schnellsten Spielerin der Liga-Geschichte, die die Marke von 250 Punkten und 100 Assists in einer Saison erreichte. Das gelang ihr in 13 Spielen, noch schneller als im Vorjahr, als sie 17 Spiele brauchte. Ihre Assist-Rekordserie setzt sich fort: In zwölf Spielen der Saison hat sie bereits 50 oder mehr Punkte erzielt oder aufgelegt. Kelsey Mitchell war die Top-Scorerin des Abends mit 27 Punkten. Sophie Cunningham kam von der Bank und traf sechs 3-Punkte bei 24 Punkten. Mit dem Sieg holte Indiana das vierte Spiel in Folge und den fünften Sieg in den letzten sechs Spielen.
Für deutsche WNBA-Fans, die Sykes verfolgen, ist diese Verletzung ein großer Schlag. Sykes ist eine vierfache All-Defense-Spielerin und eine der besten 2-Way-Guards der Liga. Ihre Abwesenheit macht Toronto nicht nur offensiv verwundbarer, sondern schwächt die Tempo auch defensiv erheblich. Wie schnell sie zurückkommt, entscheidet über Torontos Chancen auf einen Playoff-Spot. Clark hingegen bestätigt ihren Status als eine der dominantesten Playmaker in der WNBA, was sie für Fantasy-Draft interessant macht.