ARLINGTON, Texas. Die Dallas Wings haben ihre Vergangenheit abgeschüttelt. Vor einem Jahr brauchten sie 18 Spiele, um ihr fünftes Sieg zu erreichen. Jetzt, am Donnerstagabend in der College Park Center Arena, spielte diese Geschichte längst keine Rolle mehr. Die Wings schlugen die titelverteidigenden Las Vegas Aces mit 95:87, nachdem sie vorher noch mit 13 Punkten zurückgelegen waren.
Den Unterschied machte Jessica Shepard. Die neue Spielerin im Team schrieb Geschichte mit einem Triple-Double aus 22 Punkten, 20 Rebounds und 10 Assists. Sie ist erst die zweite Spielerin in der WNBA-Geschichte, der ein Spiel mit mindestens 20 Punkten, 20 Rebounds und 10 Assists gelang. Davor schaffte das nur Alyssa Thomas 2023. Aces-Trainerin Becky Hammon hatte Shepard vor dem Spiel mit Draymond Green verglichen, jenem Facilitator der Golden State Warriors, der das Spiel vom Court aus lenkt und andere involviert. Shepard lachte nach dem Spiel über den Vergleich und meinte nur: vielleicht kann ich ja ein bisschen besser werfen als er.
Aberall wo Shepard nicht selbst dominierte, schlugen Azzi Fudd und Paige Bueckers zu. Die beiden ehemaligen UConn-Teammates kombinierten für 42 Punkte und trafen 5 von 11 Dreiern. Fudd, die im Draft als No. 1 Pick gezogen wurde, spielte ihre erste Partie in der Startaufstellung. Sie erzielte 22 Punkte, davon 13 im zweiten Durchgang. Das ist der beste Wert in der Geschichte der Wings bei einem Debüt in der Starting Five. Im zweiten Viertel dominierten die Wings mit 50:34 Punkten.
Fudd selbst erkannte ihren Fortschritt. "Ich fühle mich mit jedem Spiel komfortabler", sagte sie. "Ich bin aggressiver, zögere nicht, wenn ich offen bin, und versuche nicht zu erzwingen, was erzwungen nicht nötig ist." In ihren letzten zwei Spiele erzielte Fudd 46 Punkte. In ihren ersten fünf Spielen zusammen waren es nur 42.
Für Dallas ist das ein Wendepunkt. Mit einem 5:3-Rekord haben die Wings nun die letzten beiden WNBA-Champion nacheinander besiegt. Am Sonntag schlugen sie die New York Liberty, jetzt die Vegas Aces. Trainer Jose Fernandez sagte vor dem Spiel, dass Fudd starten würde, unabhängig davon, ob andere Spieler wie Alanna Smith oder Arike Ogunbowale ausfallen. Das Team hatte auf dem Papier die schwierigste Schedule der Liga für das erste Quartal. "Wahrscheinlich hat keiner geglaubt, dass wir jetzt fünf Siege haben und solche Siege haben", sagte Fernandez. "Aber jeder im Locker Room und im Staff hat daran geglaubt."
Ballports-Take: Für alle, die die WNBA-Entwicklung verfolgen, zeigt Dallas gerade ein fesselndes Kapitel auf. Ein Rookie wie Fudd, der sofort liefert, kombiniert mit einer Veteran wie Shepard, die das Spiel orchestriert, das ist das Blueprint für einen schnellen Turnaround. Deutsche Fans sollten Fudd im Auge behalten, zumal die ehemalige NCAA-Elite zeigt, dass sie im professionellen Game sofort dominant sein kann. Die Wings spielen Montag gegen Seattle Storm, ein weiteres Top-Team.