Die New York Knicks haben gerade ihren ersten Titel seit 53 Jahren geholt. Während die Stadt noch feiert, läuft die NBA-Offseason an. Eigentlich läuft sie schon lange. Der Draft steht vor der Tür, und überall in der Liga intensivieren sich die Verhandlungen. Es gibt einige Szenarien, die den Sommer prägen werden.
Da wäre zunächst die Giannis-Frage. Giannis Antetokounmpo und die Miami Heat sprechen schon seit Monaten miteinander. Der Star signalisierte, dass er bereit ist, einen Vertrag in Miami zu unterschreiben. Das macht die Heat wild entschlossen, ihn zu holen. Das Problem: Die Milwaukee Bucks sind nicht begeistert von dem, was Miami bislang angeboten hat. Sie führen parallel Gespräche mit anderen Teams. Trotzdem konnte Miami sein Paket verbessern. Sie können Pick 13 aus dem kommenden Draft anbieten, dazu Tyler Herro und weitere Spieler. Die Bucks könnten am Ende zugreifen müssen, wenn sie sich wirklich von ihrem Franchise-Star trennen. Aber sie wissen auch: Es gibt keinen Preis für Schnelligkeit. Ein solcher Move kann das nächste Jahrzehnt in Milwaukee definieren.
Auch die Boston Celtics sind auf Antetokounmpos Liste. Er würde dort verlängern, wenn er getradet würde. Das Problem: Die Celtics spielen normalerweise nicht gerne mit Spieleragenten und Teams gleichzeitig. Das macht sie nervös. Sie halten ihre großen Deals geheim. Die Brad Stevens-Anstellung vor 13 Jahren, der Jrue Holiday-Trade im letzten Sommer - nichts davon leckte vorab. Sie sind still und diskret. Wenn Antetokounmpo zu den Celtics käme, müssten sie wahrscheinlich das erfolgreiche Duo Jaylen Brown und Jayson Tatum auseinander reißen. Das würde Probleme verursachen, egal wie leise man verhandelt. Außerdem würde es bedeuten, die ganze Basketball-Philosophie zu überarbeiten.
Es könnte auch sein, dass die Bucks, wenn sie sich trennen, noch ein oder zwei weitere Teams einbinden müssen. Um Spieler weiterzuhandeln oder andere Verträge abzuwickeln. Das macht die Sache komplex und anfällig für Zusammenbruch. Unbefriedigend für alle, die auf Action warten, wahrscheinlich auch für Antetokounmpo selbst. Aber so ist es.
Bei den Los Angeles Lakers sieht es anders aus. Sie könnten etwa 50 Millionen Dollar an Salary Cap Raum haben. Das klingt großartig. Aber das "könnten" ist wichtig. Um diesen Platz zu schaffen, müssten sie 32 Punkte, 10 Rebounds und 8 Assists pro Nacht aufgeben. Das sind die kombinierten Durchschnitte von LeBron James und Rui Hachimura. Beide müssten weg vom Team, um diesen Raum zu kreieren. Das rechnet Austin Reaves noch nicht mit ein, der Free Agent ist.
In der NBA ist Basketball-Logik nur die Hälfte der Story. Hier geht es um Macht, um Ego, um die Frage, wer zum Zug kommt und wer sitzenbleibt. Giannis' Situation zeigt das perfekt. Alle reden, keiner handelt. Die Heat könnten gewinnen, die Celtics spielen vielleicht gar nicht mit. Die Bucks hoffen, dass jemand anderes noch mehr bietet. In zwei Wochen kann alles anders aussehen. Oder alles beim Alten bleiben.