Atkinson sieht Cavs analytisch vorn gegen die Knicks
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Atkinson sieht Cavs analytisch vorn gegen die Knicks

Die Cleveland Cavaliers stehen in der Eastern Conference Finals mit dem Rücken zur Wand. Nach drei Spielen führen die New York Knicks bereits 3:0, und ein Sweep rückt näher. Doch Cavs-Coach Kenny Atkinson sieht die Realität anders als das Scoreboard es zeigt. Er vertraut auf die analytischen Daten aus den ersten drei Spielen der Serie und behauptet: Nach den erwarteten Ergebnissen sollten die Cavs eigentlich vorn liegen.

"Analytisch gesehen haben wir die Serie gewonnen. Wir sind zwei von drei bei den erwarteten Siege", sagte Atkinson nach Game 3 gegenüber Reportern. Er erklärte seine Position damit, dass die Knicks ihre erwarteten Quoten übererfüllen, während Cleveland deutlich darunter bleibt. In Game 3 hatten die Cavs beim Shooting nur ein bis zwei Punkte unter ihrem Ergebniswert liegen sollen, die Knicks aber weit darüber. "Ich weiß, dass niemand das gerne hört", räumte Atkinson ein. "Jeder schaut auf das Ergebnis."

Die Zahlen zeigen das Dilemma: New York schoss in Game 3 56 Prozent aus dem Feld und gewann 121:108. Cleveland traf 50 Prozent vom Feld (42 von 84), versagte aber komplett von draußen mit nur 29 Prozent von der 3er-Linie (12 von 41). Die Cavs verpassten in Game 3 zehn offene Dreier, insgesamt trafen sie in der Serie nur 32 Prozent ihrer offenen 3-Punkte-Versuche (21 von 65). Die Knicks dagegen versenken 42 Prozent ihrer offenen Dreier in der Serie.

Atkinson betonte, dass er auf den Prozess vertraut, auch wenn die Ergebnisse derzeit gegen sein Team sprechen. "Ich werfe das nicht auf die Spieler. Ich sehe es für mich selbst", sagte er. "Ich habe das Gefühl, dann gehe ich zu unserem analytischen Team." Die Knicks kommen mit einer Serie von zehn Siegen in Folge nach Cleveland. Ein weiterer Sieg in Game 4 würde sie in die NBA Finals bringen, zum ersten Mal seit 1999. Historisch hat noch keine Mannschaft in der NBA-Playoff-Geschichte ein 0:3-Defizit aufgeholt.

Doch Atkinson glaubt noch an eine Reaktion seiner Cavs. "Wir hatten Erfolg gegen dieses Team. Wir hatten wirklich gute Momente in dieser Serie", sagte der Coach. In Game 1 führten die Cavs noch mit 20 Punkten, ehe New York eine spektakuläre Aufholjagd vollzog und das Spiel im Overtime mit 11 Punkten Vorsprung gewann. Auch Game 2 sei nach dem frühen Run der Knicks zu Beginn des dritten Viertels deutlich enger gewesen, als das Endergebnis vermuten lässt.

Ballports-Take: Atkinsons analytischer Ansatz zeigt die moderne NBA-Philosophie, aber auch ihre Grenze. Die Wahrheit ist: Clutch-Momente und große Spiele werden durch Ausführung gewonnen, nicht durch Modelle. Für deutsche Fans, die die Cavs verfolgen, ist wichtig zu verstehen, dass dieser Defense-fokussierte Trupp unter normalen Umständen stark genug wäre. Das Problem ist, dass die Knicks in dieser Serie ihre beste Version zeigen und die Cavs nicht. Diese Diskrepanz zwischen Erwartungswert und Realität wird entscheidend sein, ob Atkinson seine These in Game 4 noch verteidigen kann.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
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