Nate Tibbetts kritisiert WNBAs Suspendierungsprozess
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Nate Tibbetts kritisiert WNBAs Suspendierungsprozess

Phoenix Mercury Trainer Nate Tibbetts nahm die WNBA in die Pflicht und verteidigte seine Star-Spielerin Alyssa Thomas vor dem Spiel seiner Mannschaft gegen Toronto Tempo am Samstag. Thomas verbüßte eine Einsperrsperre für eine Aktion gegen Indiana Fever Guard Caitlin Clark, bei der sie laut WNBA-Aussage rücksichtslos Kontakt mit ihrer Faust zur Halsregion machte. Während des Spiels war kein Foul gepfiffen worden, doch nachdem die Liga die Szene am nächsten Tag anschaute, entschied sie sich für eine Suspendierung.

Tibbetts kritisierte die Art und Weise, wie der Prozess abgelaufen war. Niemand aus der WNBA habe sich mit ihm, Thomas oder dem Security-Team der Mercury in Verbindung gesetzt, um die Situation aus ihrer Perspektive zu verstehen, sagte er. Das ärgerte ihn erheblich. Er verteidigte Thomas' Charakter und nannte sie einen Competitor und Winner, der hart spielt. "Das einzige, was sie nicht ist, ist ein billiger Spieler", sagte Tibbetts.

Der Hintergrund der ganzen Debatte ist größer: Officiating und konsistente Regelauslegung sind in der WNBA seit Monaten ein großes Thema. Die Liga hat einen Task Force gegründet, um die Schiedsrichter-Arbeit zu verbessern. Tibbetts und auch Fever Trainerin Stephanie White, die ebenfalls in diesem Gremium sitzt, sind Teil dieser Gruppe.

Genau White hatte nach dem Spiel gegen Thomas deutliche Kritik an den fehlenden Fouls gegen Clark geübt. Clark war früh mit einem Rückenproblem vom Platz gegangen, nachdem sie auf den Fuß eines Verteidigers trat. White nannte Clark ein "generational talent" und sagte, die Nicht-Fouls seien "ungeheuerlich und zutiefst respektlos". Nach der Suspendierung von Thomas lobte White zwar die Entscheidung der Liga, mahnte aber an, dass "diese Dinge nicht in Echtzeit passieren dürfen. Wir müssen besser werden."

Tibbetts stimmte zu, dass die WNBA ihr Spiel "aufräumen" muss. Aber er machte einen wichtigen Punkt: Die Regeln müssen für alle gleich gelten, egal ob es um generational talents, All-Stars, Rollenpieler, Veteranen, junge Spieler, oder um Spielerinnen verschiedener ethnischer Herkunft oder internationaler Herkunft geht. "Wenn das der Standard ist, muss dieser Standard überall gelten, auch wenn die Rollen in dieser Situation umgekehrt gewesen wären", sagte er.

Für deutsche Fans, die die WNBA verfolgen, zeigt sich hier ein strukturelles Problem, das auch internationale Ligen betreffen kann: Suspension und Strafen müssen transparent und konsistent sein. Der Fall Thomas verdeutlicht, wie wichtig es ist, dass Organisationen ihre Regelwerke fair anwenden, unabhängig vom Status oder der Bekanntheit einer Spielerin. Tibbetts' Forderung nach einheitlichen Standards ist nicht nur für die WNBA relevant, sondern ein Anspruch, den jeder strukturierte Wettbewerb erfüllen sollte.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
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