Quinten Post verlässt die Golden State Warriors und unterschreibt bei den Memphis Grizzlies. Die Warriors wollten ihren Reserve-Center halten, lehnten aber das Angebot ab. Post erhält einen Dreijahresvertrag über 30 Millionen Dollar, doch die Grizzlies haben das Ding clever strukturiert. Nur die erste Saison mit neun Millionen Dollar ist garantiert. Darüber hinaus packten die Grizzlies anderthalb Millionen Dollar in sogenannte unlikely incentives rein, was die Salary-Cap-Berechnungen verkompliziert und den Deal für die Warriors weniger attraktiv macht. Die letzten beiden Jahre sind mit je 8,5 Millionen Dollar veranschlagt und beinhalten ebenfalls 1,2 Millionen Dollar in unlikely incentives, beide Jahre aber ohne Garantie.
Post ist der erste restricted free agent im fünfstelligen Millionen-Bereich, der seit Bogdan Bogdanovic 2020 (Sacramento zu Atlanta) einen Offer Sheet angenommen hat und sein Team verlässt. Die Warriors holten Post 2024 an Position 52 des Drafts und der Center entwickelte sich schnell zu einem wertvollen Rotation-Spieler. In seiner Rookie-Saison schaffte er 73 Dreier mit einer Quote von knapp 41 Prozent in 42 Spielen. Diese Saison ließ die Trefferquote nach. Post verwandelte nur 36,6 Prozent seiner 4,1 Versuche pro Spiel, aber auch in nur 17,3 Minuten Einsatzzeit pro Partie zeigt diese Volumen-Quote die Besonderheit eines großen Mannes, der von außen trifft. Post machte auch defensiv einen Sprung nach vorne, überzeugte in analytischen Modellen und weckte damit das Interesse der Grizzlies.
Die Warriors hatten Post ein Qualifying Offer von 2,6 Millionen Dollar unterbreitet und wollten ihn zurück, aber die neun Millionen Dollar plus Incentive-Strafen waren zu teuer. Golden State holte sich in der Free Agency die veteranen Center Al Horford und Kristaps Porzingis zurück. Post war in der Depth Chart hinter beiden eingeplant und damit für die Warriors weniger relevant geworden.
Für NBA-Fans aus Deutschland ist Posts Wechsel ein seltenes Phänomen. Offer Sheets sind im modernen Basketballgeschäft quasi ausgestorben, weil die meisten Teams sie blocken. Die Grizzlies haben hier mit ihrer Struktur gezeigt, dass es noch Wege gibt, um ein anderes Franchise zu überlisten. Posts Dreierquote ist zwar gesunken, aber ein schießender Big Man bleibt wertvoll. Mit Memphis bekommt er eine reelle Chance auf mehr Spielzeit und könnte in einer jungen Mannschaft schneller Routine sammeln als auf der Warriors-Bank.