Es war der Moment, in dem sich die Pittsburgh Steelers ihren fünften Vince Lombardi Trophy sicherten. Super Bowl XL, 5. Februar 2006, Ford Field in Detroit. Eine Reverse-Pass-Play, die in der Woche zuvor im Training mehrfach gescheitert war. Sogar Offensive Coordinator Ken Whisenhunt war skeptisch und fragte Head Coach Bill Cowher, ob sie das Risiko wirklich eingehen sollten. Cowher aber hatte erkannt, dass der Moment perfekt war. Nachdem Willie Parker zuvor mit einem 75-Yard-Touchdown-Run die Safety der Seattle Seahawks in eine Falle gelockt hatte, war die Defense verblüfft. "Hey, there's no practice or game tomorrow", sagte Cowher zu Whisenhunt. "This is it."
Die Play selbst war eine Meisterleistung der Koordination. Ben Roethlisberger pitchte den Ball nach links zu Parker. Parker handete zu Antwaan Randle El ab, der in den Reverse ging und sprintend nach rechts eine perfekte 43-Yard-Spirale zu Hines Ward warf. Ward hatte sich hinter Cornerback Marcus Trufant abgeseilt, und Roethlisberger hatte mit einem Block den Weg freigegeben. "Antwaan Randle El threw a laser", erinnert sich Ward später. "Literally, the ball was a tight spiral right into the left pocket of my shirt."
Ward selbst konnte kaum glauben, wie offen er stand. "I remember just telling myself, 'Please, just don't -- just look this ball all the way in,'", sagte er im Rückblick. Als er den Ball fing, sprang er über die Goal Line und setzte sich damit in die exklusive Liste derer, die in einem Super Bowl einen Touchdown gefangen haben. Seine Reaktion war unvergesslich: zwei, drei Hüpfer in die End Zone, als wäre er wieder ein Kind auf dem Schulhof. "Words can't describe scoring a touchdown in the Super Bowl", sagt Ward. "Being in Detroit, seeing the sea of black and gold, waving the Terrible Towel."
Randle El, der heute als Wide-Receivers-Coach bei den Chicago Bears arbeitet, hat noch immer Freude daran, an diese Play zu denken. Vor dem Snap hatte Ward ihm einen kurzen Schubs gegeben, um die Nervosität zu vertreiben. Nach der Aktion lachte Randle El über Wards Celebration. "The skip", sagte er schmunzelnd über Wards charakteristische Hüpfer. "I thought I had overthrown it, but I also thought, 'That's all you got?'" Doch das war Randel Els humorvolle Art, auf eine der größten Szenen in der Super-Bowl-Geschichte zurückzublicken. "But you got to remember, this is a guy who has scored plenty of touchdowns throughout his" – eine Anerkennung für einen der besten Receiver, die die Steelers je hatten.
Ballports-Take: Diese Play ist ein Lehrbuchbeispiel für Timing und Vertrauen unter Druck. Cowher hätte die sichere Route wählen können, aber er erkannte den psychologischen Moment – genau das trennt gute von großartigen Coaches. Für deutsche Fans, die Super-Bowl-Klassiker lieben, ist dieses Spiel ein Muss: Es zeigt, wie eine Franchise mit Tradition (Steelers) unter größtem Druck ihre beste Version spielt. Randle El und Ward verkörpern dabei die Art von Receiver-Corps, nach denen sich lange Saisons anfühlen – klasse auf dem Feld, unvergesslich wenn es zählt.