Die Trainer der Big 12 haben sich auf den Spring Meetings in Frisco, Texas, einstimmig für eine Vergrößerung des College-Football-Playoffs auf 24 Teams ausgesprochen. Bei einer informellen Abstimmung aller 16 Coaches hoben alle die Hand, als es um die Expansion des Playoff-Feldes ging.
Die Botschaft dahinter ist klar: Im aktuellen 12er-Format hatte die Big 12 in der vergangenen Saison nur eine Mannschaft in den Playoffs, nämlich Champion Texas Tech. Mit 24 Teams wären es fünf gewesen. BYU hätte als Vizemeister qualifizieren können, dazu Utah, Arizona und Houston. BYU etwa landete auf Platz 12 der finalen CFP-Rankings, wurde aber trotz nur zwei Niederlagen nicht berücksichtigt, weil automatische Qualifikationen für andere Conferences den Platz blockierten. Notre Dame auf Platz 11 erging es ähnlich.
West Virginia Coach Rich Rodriguez sprach sich deutlich dafür aus, dass die CFP-Macher mehr auf die Trainer hören sollten. "Wir haben abgestimmt und es war einstimmig", sagte Rodriguez. "Wer weiß, wohin das führt." Die Big 12 hatte in der Strength-of-Schedule-Metrik des CFP Rang zwei inne. Scott Draper, der Chief Competition Officer der League, präsentierte die Berechnungen: "Mit 24 Teams hätten wir fünf Mannschaften drin gehabt. Ich bin zuversichtlich, dass wir in einem 24er-Playoff angemessen vertreten sein werden."
Big-12-Commissioner Brett Yormark unterstützt das Szenario ebenfalls, sofern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen. Allerdings bleibt das Format für die kommende Saison bei zwölf Teams, da sich Big Ten und SEC bisher nicht auf ein gemeinsames Format einigen konnten. Die Entscheidung für 2027 fällt am 1. Dezember.
Ein 24er-Playoff hätte erhebliche Konsequenzen: Automatische Qualifikationen würden entfallen, und Conference-Championship-Spiele verlören an Bedeutung, wenn so viele Teams ohnehin reinkommen. Das macht das Format zum heißen Politikum im College Football.
Ballports-Take: Für deutsche College-Football-Fans ist dieser Move relevant, weil er zeigt, wie sehr Conferences um Plätze kämpfen. Eine Big 12 mit fünf Playoff-Teams statt einer hätte völlig andere Dominanz-Narrative. Ob 24 Teams tatsächlich kommen, hängt ab von Big Ten und SEC, die derzeit blockieren. Die Abstimmung zeigt aber: Die Coaches sehen in der aktuellen 12er-Expansion ein Problem, das behoben werden muss.