Die New York Knicks haben ihren ersten NBA-Championship seit 53 Jahren gewonnen, und Jalen Brunson nutzte die Gelegenheit, um denen zu antworten, die an ihm gezweifelt haben. Bei der Meisterschaftsparade am Donnerstag in New York sprach der NBA-Finals-MVP deutlich aus, was ihn während der erfolgreichen Saison angetrieben hatte. "Es gibt viele Menschen mit vielen negativen Dingen zu sagen", erklärte Brunson vor dem New Yorker Rathaus, umgeben von über einer Million jubelnden Fans. "Es gibt viele Menschen mit vielen Meinungen. Aber wenn man sie widerlegt, muss man ihnen nicht viel sagen. Sie verdienen das nicht."
Die größte Skepsis kam von Becky Hammon, der Trainerin der Las Vegas Aces. Sie hatte im Dezember 2023 öffentlich behauptet, dass Brunson kein "1A"-Spieler sei und dass die Knicks mit einem 1,88-Meter-Guard als besten Spieler einen Championship nicht gewinnen könnten. "Wenn dein bester Spieler klein ist, gewinnst du nicht", sagte Hammon damals. Mikal Bridges bestätigte später, dass diese Aussagen Brunson motiviert hatten. Die Parade selbst zeigte das ganze Ausmaß der New Yorker Begeisterung. Der Zug startete in Bowling Green und endete am City Hall, vorbei an den Wolkenkratzern des "Canyon of Heroes". Über eine Million Menschen drängten sich in die Lower Manhattan, viele von ihnen waren bereits um 3 Uhr morgens aufgestanden, um einen Platz zu bekommen. Manche kletterten auf Ampeln und Müllwagen, andere standen sogar auf dem Brooklyn Bridge, nur um die Lautsprecher zu hören.
Brunson genoss den Moment in vollen Zügen. "Verdammt, New York, wir haben es wirklich geschafft", rief er von seinem Float. "Irgendwie, irgendwann wusste ich, dass wir einen Weg finden würden." OG Anunoby, der in Game 4 mit 1,2 Sekunden verbleibend den entscheidenden Tipp-In zum Sieg erzielte, verließ seinen Float, um mit Fans zu interagieren und hielt dabei den NBA Cup in einer Hand und eine Flasche Patron Tequila in der anderen. Filmregisseur Spike Lee, wohl der legendärste Knicks-Fan der Stadt, stand auf einem Float mit Brunson. Der New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani überreichte Keys der Stadt an die Spieler, Trainer und das Personal der Knicks. Er trug dabei ein Knicks-Trikot unter seiner Anzugjacke. "Wir haben gewartet, weil wir tief in unseren leidenden Herzen wussten", sagte Mamdani, "dass die Knicks eines Tages gewinnen würden."
Für deutsche Basketball-Fans ist Brunsons Weg bemerkenswert, weil er zeigt, dass physische Größe im modernen NBA-Basketball kein Ausschlusskriterium darstellt. Der Guard hat mit seiner Ballkontrolle und seinem Playmaking-Instinkt unter Druck bewiesen, dass ein 1,88-Meter-Player sehr wohl ein Championship-Favorit anführen kann. Das ist besonders relevant, wenn man sich europäische Talente anschaut, die ähnliche Profile haben und in der NBA Fuß fassen wollen. Brunsons Erfolg unterstreicht auch, dass ein großer Markt wie New York wieder im Contention-Modus spielen kann, was für die globale Basketball-Aufmerksamkeit wichtig ist.