Yaxel Lendeborg setzt auf sich selbst und wird Lottery Pick
← NewsNBA

Yaxel Lendeborg setzt auf sich selbst und wird Lottery Pick

Die unwahrscheinlichste Geschichte des NBA Drafts 2026 ist der Aufstieg von Yaxel Lendeborg. Ein NCAA-Champion, der erst mit 18 Jahren ernsthaft Basketball spielte und den Großteil seiner frühen Basketballerziehung NBA 2K zu verdanken hat. "Ich habe so viel durch NBA 2K gelernt, ich habe das ganze Spiel irgendwie verstanden, weil ich das Spiel gespielt habe", sagte er ESPN. "In der echten Basketball-Realität war es definitiv eine kleine Umstellung, meine Footwork zu verfeinern. Ich bin zu dieser Zeit viel gereist. Ich erinnere mich, mein erster Dunk im Spiel war tatsächlich ein Travel."

Die Leidenschaft für das Videospiel führte zu echter Faszination für Basketball und verdrängte schließlich eine tiefe Liebe zum Baseball, den er viel länger betrieb. Lendeborg startete 2020 bei Arizona Western College, nur wenige Jahre nach seinem ersten Basketball-Versuch, bevor er 2023 zu UAB transferierte. Dort sammelte er genug Erfolge, um NBA-Teams auf sich aufmerksam zu machen. 2025 wollte er in den Draft gehen, zog seine Bewerbung aber zurück und transferierte stattdessen zu Michigan, wo ein siebenstelliger NIL-Deal wartete.

Damit war sein Weg zum First-Round-Pick zu diesem Zeitpunkt ungewiss. Jetzt sitzt er als einer der Top-Prospects mit Green-Room-Einladung im Wartebereich. Ein Aufstieg, der nur im Zeitalter von NIL und Revenue Sharing möglich war. "Ich fühlte mich nicht komfortabel genug, in die NBA zu gehen, wenn dort so viele etablierte Guys sind, die schon lange spielen und viel bessere Gewohnheiten haben als ich", erklärte Lendeborg. "Hätte ich sofort Impact? Oder würde ich meinen Traum verschwenden?"

Sein Agent Ron Shade, Vice President of Basketball bei Octagon, hatte schon andere Wege gesehen. "Ich hatte Jungs, die sich durch die G League kämpften und es in die NBA schafften, die zwei-way Contracts gespielt haben und es geschafft haben", sagte er. "Yax wollte das zu der Zeit seines Lebens einfach nicht."

Stattdessen führte Lendeborg Michigan zum ersten nationalen Titel seit 1989. Mit All-American-Status und Big Ten Player of the Year verdiente er sich die Bewunderung von NBA-Scouts mit seiner Vielseitigkeit bei 6-Foot-9 und 230 Pfund. Seine Entscheidung, ein Jahr zu warten statt sich durchs NBA-Entwicklungssystem zu kämpfen, veränderte alles. Michigan brauchte ihn und er brauchte Michigan, um völlig vorbereitet zu sein.

Brian Thornton, Chief Basketball Officer der Big 12, beobachtet diesen Trend genau. "Die einzigen Jungs, die jetzt früh gehen, sind garantierte Top-Picks", sagte er. "Die NBA bekommt ein reiferes Produkt. Sie bekommen keinen 19-jährigen Prospect mehr, sondern einen 22-Jährigen, der es durch 150 College-Spiele geschafft hat und körperlich ausgewachsen ist. Sie bekommen einen Kerl, der jetzt spielfertig ist."

Für Lendeborg war das Jahr in Ann Arbor professionell durchstrukturiert. Morgens Frühstück von der Team-Ernährungsabteilung, dann Training, dann noch mehr Basketball. Und am Ende: ein Draft-Abend in Brooklyn, wo sein Name früher fällt als jeder erwartet hätte.

Die Geschichte von Lendeborg zeigt deutschen Fans ein wichtiges Prinzip: Entwicklung braucht Zeit und die richtige Umgebung. Die NCAA funktioniert als Sprungbrett deutlich besser, wenn ein Spieler reif genug dafür ist. Für Fantasy-Basketball-Interessierte ist Lendeborg ein Lehrstück, wie NIL-Deals und College-Erfolg Draft-Position beeinflussen, nicht umgekehrt. Wer einen jungen deutschen Prospect verfolgt, sollte sich merken: manchmal ist das beste "Bet on yourself" nicht der frühe Sprung, sondern ein Jahr voller echter Verbesserung.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
← Alle News