Caitlin Clark und die Fever finden ihre defensive Stabilität
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Caitlin Clark und die Fever finden ihre defensive Stabilität

INDIANAPOLIS - Die ersten acht Spiele der Saison waren für die Indiana Fever ein Desaster in der Abwehr. Mit 89,0 Punkten pro Spiel erlaubten sie die zweithöchste Quote der Liga. Dazu kam ein Rückenverletzung bei Caitlin Clark, Spekulationen über interne Risse und schließlich eine 84-100-Niederlage gegen die Portland Fire, bei der Clark und Trainerin Stephanie White auf der Seitenlinie aneinander gerieten. Indianapolis war plötzlich das Zentrum aller WNBA-Gerüchte. Clark war dabei nicht unschuldig an den Problemen. Gegner stellten sie gezielt ein und zielten auf ihre Positionen ab. Vom 17. bis 30. Mai verteidigte sie 34 Isolationen in nur vier Spielen, mehr als jeder andere Spieler in derselben Zeitspanne der letzten drei Jahre. Sie war zur Zielscheibe geworden.

Nach einer Teamkonferenz folgte die Reaktion, die Clark erhofft hatte. In den folgenden zwei Wochen spielte Indiana 5-1. Die Abwehr ließ nun 83,7 Punkte pro Spiel zu, sechstbest in der Liga. Der Wendepunkt kam vor allem durch die Einstellung von Clark. Nach der Portland-Niederlage war sie sichtlich motiviert, ihre defensiven Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Im nächsten Spiel gegen Atlanta verteidigte sie die Dream mit nur 71 erlaubten Punkten, ein Saisontief für Indiana. In den darauffolgenden fünf Spielen musste sie nur noch zwölf Isolationen verteidigen, fünf davon gegen Atlanta am 4. Juni.

Clark betont, dass sie sich von Kritikern nicht von ihrer Leistung abbringen lässt. "Ich bin kein schlechter Verteidiger", sagte sie ESPN. "Ich bin nie der beste Verteidiger gewesen, das verstehe ich, aber ich bin auch intelligent. Ich kann Winkel lesen. Ich habe einen hohen Basketball-IQ. Ich weiß, wie ich meinen Mannschaftskameraden helfen kann. Ich reble auch sehr gut defensiv." White warnt aber davor, Clark isoliert zu betrachten. Die beste Verteidigung funktioniert nur als Einheit. Jeder Spieler muss kommunizieren, Lücken schließen und die gegnerischen Tendenzen kennen. Es geht darum, gegnerische Spieler in bestimmte Richtungen zu zwingen und Pässe zum Post zu erschweren. Die besten Teams machen nicht den Fehler, nur einen Spieler zu evaluieren.

Nun wartet auf die Fever eine echte Prüfung. Sie treffen auf Atlanta, Phoenix, Los Angeles und Las Vegas - alles Top-Gegner mit unterschiedlichen Angriffsmustern. Nachdem Clark sich zunächst selbst verteidigt hatte gegen den Vorwurf, eine defensive Schwachstelle zu sein, kann die ganze Liga nun sehen, dass die Fever das Thema auch tatsächlich gelöst haben. Die Frage ist nur: Reicht das gegen diese Konkurrenz?

Für deutsche Basketball-Fans, die die WNBA verfolgen, ist die Indiana-Story ein gutes Lehrstück: In einem talentierten Team kann ein einzelner Spieler plötzlich zum defensiven Ansatzpunkt für gegnerische Offensiven werden, aber nicht isoliert daran gemessen werden. Clark zeigte, dass sie in der Lage ist, ihre Rolle anzupassen und zu verbessern, wenn der Team-Fokus stimmt. Ob dieser Lernprozess hält, wenn jetzt Phoenix Mercury oder die Las Vegas Aces ins Spiel kommen, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. ballports beobachtet, ob die Fever diese defensive Stability halten können oder ob es nur eine kurze Reaktion auf Kritik war.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
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