Die US-Bundesanwaltschaft wirft dem NBA-Spieler Terry Rozier vor, sich für 100.000 Dollar bestechen lassen zu haben, um seine Leistung in einem Spiel der Charlotte Hornets zu sabotieren. Die Anklage wurde am Donnerstag erweitert und bezieht sich auf Bestechung im Sportkontext sowie Verschwörung zum Betrug. Die NBA und die Hornets werden in der Anklage als Geschädigte benannt.
Der Vorwurf konkretisiert sich in einem Spiel vom 23. März 2023 gegen die New Orleans Pelicans. Rozier soll mit seinem Co-Angeklagten Deniro Laster verabredet haben, dass er sich wegen einer Beinverletzung aus diesem Spiel zurückzieht. Laster gab diese Information an mehrere Wettbüros weiter, die daraufhin mehr als 258.700 Dollar auf schwächere Statistiken von Rozier setzten. Im Spiel selbst spielte Rozier dann nur neun Minuten, erzielte fünf Punkte, nahm vier Rebounds und gab zwei Assists ab. Mit diesen mageren Zahlen gingen die meisten Wetten auf. Nach dem Spiel soll Rozier die Bestechungssumme auf 70.000 Dollar reduziert haben, weil seine vier Rebounds einige der Wetten zum Verlieren gebracht hätten.
Roziers Anwalt Jim Trusty von Ifrah Law bestreitet alle Vorwürfe energisch. Er reichte im Dezember einen Antrag zur Einstellung des Verfahrens ein und argumentierte, die Staatsanwaltschaft habe ihre Befugnisse überschritten. In einer Stellungnahme gegenüber ESPN sagte Trusty: "Die neue Anklage bestätigt nur, dass unser Antrag zur Einstellung berechtigt war. Neue Anschuldigungen, neue Theorien, aber alles nur ein armseliger Versuch, etwas zum Haften zu bringen."
Rozier ist einer von sechs Männern, die im Oktober wegen Verschwörung zu Drahtbetrug und Geldwäsche angeklagt wurden. Am Donnerstag bekannte sich Angeklagter Marves Fairley schuldig zu den Vorwürfen im Zusammenhang mit dem NBA-Wettskandal. Auch der ehemalige NBA-Spieler und Assistent-Trainer Damon Jones hat sich in dem Fall schuldig bekannt. Rozier wurde im Januar 2024 zu den Miami Heat gehandelt und von der Mannschaft im April freigestellt.
Ballports-Take: Dieser Fall ist ein warnendes Beispiel für die Risiken, die mit unreguliertem Glücksspiel im professionellen Basketball einhergehen. Für DACH-Fans, die NBA folgen, zeigt sich hier ein System, das anfällig für Manipulationen ist, wenn einzelne Akteure finanzielle Anreize erhalten. Roziers Leugnung und die rechtliche Auseinandersetzung werden noch Monate in Anspruch nehmen, aber der Schaden für sein Image und seine Karriere ist bereits beträchtlich. Die Liga und die Kommissäre werden solche Fälle künftig noch ernster nehmen müssen.