Sirius: Das Lied das die Bulls unsterblich machte
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Sirius: Das Lied das die Bulls unsterblich machte

Es war Oktober 1984 als Tommy Edwards, der Public-Address-Sprecher der Chicago Bulls, im Biograph Theater in Chicago saß. Gerade lief ein Film an, die Vorspannmusik erklang. Edwards horchte auf. Diesen Song kannte er, das war "Sirius" von The Alan Parsons Project aus dem Jahr 1982. In diesem Moment kam ihm die Idee, die Basketballgeschichte schreiben sollte. Die Geschäftsführung der Bulls hatte Edwards kurz zuvor angerufen und ihn beauftragt, eine Einleitung für die Spielervorstellungen zu schaffen, die größer und besser sein sollte als alles Bisherige. "Sirius" war die Antwort.

Am 26. Oktober 1984, beim ersten NBA-Spiel von Michael Jordan, erklang das Lied erstmals in der Chicago Stadium. Was Edwards damals nicht wissen konnte: Er hatte gerade ein Monument erschaffen. Jahrzehnte später, als Ray Clay die PA-Mikrofon übernahm und die Introductions während der 1990er Jahre prägte, wurde "Sirius" zur legendärsten Einleitung in der NBA-Geschichte. Die Lichter gingen aus, die Musik stieg an, das Publikum bebte. Es war der Moment, in dem Spieler wie Scottie Pippen und Dennis Rodman ihre Spiel-Persönlichkeit annahmen.

Für Luc Longley, den 2,18 Meter großen Center aus New Mexico, war "Sirius" ein Schalter. "Ich habe das Lied genutzt, um mich in den Moment des Spiels zu versetzen," erzählte Longley ESPN. "Es war der Trigger, um in einen anderen Modus zu wechseln, um jene Version eines Basketballspielers zu werden, die man nicht ständig sein kann." Die Musik war für die Bulls ein Kunstgriff, ein psychologisches Werkzeug. Gegner hörten "Sirius" und wussten, was folgte. Die Bulls hörten es und wurden zur besten Mannschaft der Welt.

Als die Chicago Bulls 1996 die Saison mit 72 Siegen beendeten und die zweite Three-Peat der Michael-Jordan-Ära einleiteten, war "Sirius" längst mehr als nur eine Hintergrundmelodie. Es war das Soundtrack zum Mythos. Die Broadcaster Johnny Kerr und Neil Funk rieten ihren Zuschauern, früh zu kommen, um die Introductions zu erleben. Als NBC 1990 begann, Bulls-Spiele zu zeigen, wurde diese Zeremonie zum nationalen Fernsehspektakel. Dreißig Jahre später erklingt "Sirius" immer noch im United Center. Das Lied hat Generationen überlebt, Spieler kommen und gehen, aber die Musik bleibt. Sie ist zeitlos geworden.

Für deutsche Basketball-Fans, die die NBA verfolgten und die Chicago Bulls der 1990er Jahre studiert haben, war "Sirius" der erste Eindruck von NFL-Arena-Kultur, von der psychologischen Seite des Sports, die über reines Talent hinausgeht. Diese Art von Atmosphären-Design, diese Symbiose zwischen Musik, Licht und Spannung, hat europäischen Basketball geprägt. ballports-Fans sollten verstehen: "Sirius" war nicht nur eine Einleitung, es war eine Lektion in Branding. Das Lied machte die Bulls sofort erkennbar, schuf eine Identität, die kein anderes NBA-Team je vollständig kopieren konnte. Das ist Power.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
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