Knicks schreiben NBA-Geschichte mit beispiellosem Comeback
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Knicks schreiben NBA-Geschichte mit beispiellosem Comeback

Die New York Knicks haben sich in Spiel 4 der NBA Finals gegen die San Antonio Spurs zurückgekämpft und Geschichte geschrieben. Mit einem 107-106-Sieg übernahmen sie die 3-1-Führung in der Serie. Das Besondere: Die Spurs führten mit 29 Punkten, was das größte Comeback in der Geschichte der NBA Finals seit 1971 darstellt.

Die Spurs dominierten anfangs völlig. Sie schossen 76 Punkte in der ersten Hälfte, die höchste Punktzahl, die San Antonio je auswärts in einer Finals-Halbzeit erzielte. Die Knicks kassierten auch ihr schlimmstes Playoff-Halbzeitergebnis überhaupt. Dann aber folgte ein kompletter Richtungswechsel. San Antonio brachte es in der zweiten Hälfte nur auf 30 Punkte. Der 46-Punkte-Einbruch vom ersten zum zweiten Durchgang ist der größte in der Shot-Clock-Ära in einem Playoff-Spiel.

Jalen Brunson führte die Knicks mit 36 Punkten aus 25 Würfen an. Dazu kamen sieben Assists und fünf Rebounds. Das war bereits sein zweites Spiel in dieser Serie mit mindestens 30 Punkten, fünf Rebounds und fünf Assists. Nur LeBron James schaffte das 2017 in drei aufeinanderfolgenden Finals-Spielen. Brunson gesellte sich damit zu James, Kobe Bryant und Kevin Durant in eine sehr elitäre Gruppe.

OG Anunoby sorgte für die dramatische Wendung. Mit 2,1 Sekunden auf der Uhr versenkte er einen Tip-in zur Führung und beendete das Spiel mit 33 Punkten als Career-High in den Playoffs. Brunson und Anunoby waren damit das erste Knicks-Duo mit je mindestens 30 Punkten in einem NBA-Finals-Spiel. Anunoby machte es sich selbst nicht einfacher: Es war sein zweites Career-Go-Ahead-Feld-Goal in den letzten fünf Sekunden eines Playoff-Spiels überhaupt. 2020 traf er einen Buzzer Beater in den Eastern Conference Semifinals.

Die Knicks führten während des gesamten Spiels nur zwei Prozent der Zeit. Ihre erste Führung erspielte sich die Mannschaft erst mit 1:22 Verbleibend im vierten Viertel. Kurz vorher sah es aussichtslos aus: Mit 9:33 im letzten Viertel lagen die Knicks mit 95-75 zurück. Die Gewinnwahrscheinlichkeit lag laut ESPN-Analysen bei nur 0,4 Prozent. Magic Johnson und Russell Wilson waren unter den ersten, die die Knicks für das Unmögliche feierten.

Die Knicks stehen nun eine Niederlage von ihrer ersten NBA-Meisterschaft seit 1970 entfernt. Dass solche Comebacks noch Jahrzehnte später in Erinnerung bleiben, zeigt sich an der 1992er Serie zwischen den Bulls und den Suns: Die Chicago Bulls gelangen damals ein 15-Punkte-Comeback von 79-64 in Spiel 6 der Finals. Das war vorher der einzige ähnliche Run in dieser Liga. Mittwochnacht in San Antonio war etwas anderes. Es war das größte Finale-Comeback seit über 50 Jahren, und es könnte die Knicks ins Finale schreiben.

Für deutsche Basketball-Fans, die die NBA verfolgen, könnte das einen neuen Favoriten schaffen. Die Knicks haben sich unter enormem Druck bewährt und zeigen eine mentale Stärke, die Meisterschaften prägt. Brunson etabliert sich als eine der besten Playoffs-Performer und Anunoby bewies, dass er in Krisen-Momenten liefert. Beide sollten deutsche Fans im Auge behalten, falls die Serie entschieden wird.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
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