Oklahoma City dominierte Game 5 der Western Conference Finals gegen San Antonio und baute damit die Serienführung auf 3-2 aus. Die Thunder gewannen 127-114 und rückten damit einen Sieg vom Einzug in die NBA Finals entfernt.
Shai Gilgeous-Alexander führte das Team mit 32 Punkten an und nutzte seine Chancen an der Free-Throw-Linie konsequent: Der Star-Guard versuchte 17 Freiwürfe und traf 16 davon, ein neuer Playoff-Karriererekord für ihn. Doch Gilgeous-Alexander war nicht der einzige, der sich in Szene setzte. Alex Caruso, der von der Bank kam, warf 22 Punkte ein und setzte damit ein Zeichen für die Tiefe der Thunder-Rotation. Jared McCain, der anstelle der verletzten Jalen Williams und Ajay Mitchell in die Starting Five rückte, trug 20 Punkte bei und absolvierte damit seinen besten Playoff-Start als Verteidiger – er hielt die Gegner auf 4 von 14 Würfen.
Chet Holmgren kombinierte 16 Punkte mit 11 Rebounds, während Isaiah Hartenstein mit 12 Punkten und 15 Rebounds wesentlich zum Defensivspiel beitrug. Hartenstein war auch die primäre Verteidigung gegen Victor Wembanyama und hielt den Spurs-Rookie auf 27 Prozent Feldwurfquote. Die Defensive Leistung der Thunder war dabei umso beeindruckender, als San Antonio 29 von 41 Dreiern verfehlte.
Oklahoma City kontrollierte das Spiel über die volle Länge. Nach einem schwachen Game 4, in dem die Thunder nur 82 Punkte erzielt hatten, drückten sie bereits vor der dreieinhalb-Minuten-Marke im dritten Viertel die 82er-Punkte-Marke. Im zweiten Quartal allein erzielte Oklahoma City 40 Punkte und setzte damit früh die Richtung des Spiels fest. Die Freiwurfquote in diesem Quartal war bemerkenswert: Beide Teams zusammen verwandelten 29 Freiwürfe – die höchste Anzahl in einem NBA-Viertel seit der Bubble-Playoffs vor fast sechs Jahren. Die Thunder trafen dabei alle 14 ihrer Versuche, die Spurs 15 von 17.
San Antonio konnte sich zeitweise zurückkämpfen, als Oklahoma City mit 20 Punkten führte und der Rückstand im vierten Quartal auf acht Punkte schrumpfte. Doch die Spurs kamen nicht näher heran. Stephon Castle erzielte 24 Punkte für San Antonio, Julian Champagnie 22 und Wembanyama trotz schlechter Quote 20 Punkte. Keldon Johnson trug 15 Punkte von der Bank bei.
Thunder-Coach Mark Daigneault betonte nach dem Spiel die mentale Stärke seines Teams: Nach der unbefriedigenden Game-4-Niederlage sei die Mannschaft ohne emotionale Ablenkung zurückgekommen und habe die Lektionen angewendet. Spurs-Coach Mitch Johnson machte die fehlende Effizienz und Effektivität für die Niederlage verantwortlich: Sein Team sei nicht in Position gewesen, jeden Possession erfolgreich zu gestalten.
Game 6 findet am Donnerstag in San Antonio statt. Sollte eine Game 7 nötig sein, wird diese am Samstag in Oklahoma City gespielt. Die New York Knicks warten inzwischen auf ihren Finalgegner. Das NBA-Finale startet am 3. Juni mit Game 1 in der Western-Conference-Stadt.
Ballports-Take: Für Thunder-Fans ist das die Antwort auf die Kritik nach Game 4. Die Defense um McCain und Hartenstein gegen die gefährlichen jungen Spurs-Spieler zeigt Oklahomas Plan für die Finals: Tiefe, Ballbewegung, starke Role Player. Gilgeous-Alexanders 32 Punkte mit solider Effizienz sind Standard, aber die McCain-Integration in der Starting Five könnte langfristig wichtig werden. In der Fantasy-Perspektive bleibt Caruso ein Sleeper, wenn OKC es zum Ring schafft – seine Konsistenz im Bench-Scoring ist rare.