Die New York Jets haben einen klaren Plan für ihre Wiederauferstehung: Sie bringen etablierte Veteranen in ein junges Team, das unter enormem Druck steht. Safety Minkah Fitzpatrick, Linebacker Demario Davis, Defensive Tackle David Onyemata und Quarterback Geno Smith verfügen zusammen über 44 Jahre NFL-Erfahrung. Diese vier Spieler sollen einem Kader den Weg zeigen, der in den vergangenen zehn Jahren nur Niederlagen kannte und seit 15 Jahren nicht in die Playoffs kam.
Coach Aaron Glenn spürt, dass es Zeit ist zu handeln. Nach einer katastrophalen ersten Saison mit einer 3-14-Bilanz und dem schlechtesten Point Differential der Liga seit 2021 (minus 203) hat Glenn die Intensität hochgefahren. Er machte deutlich, dass ab dem ersten Tag des Offseason-Programs "Vollgas" gegeben wird. Defensive Tackle Harrison Phillips bestätigt diese neue Energie: Menschen seien mit deutlich mehr Intensität in die Vorbereitung gegangen. Center Josh Myers beschreibt eine "echte Dringlichkeit, dass jeder hier jeden Tag sein Bestes gibt". Das spürt er vom Coach bis zum Offensive Coordinator Frank Reich herunter.
Minkah Fitzpatrick sieht in Glenn einen Coach, der aus seinem ersten Jahr gelernt hat. "Er will nicht nur der Welt zeigen, sondern uns zeigen, dass er ein Typ ist, der gewinnen will und weiß, wie man gewinnt", sagt Fitzpatrick. Das erste Jahr als Head Coach sei immer schwierig, es gebe viele Anpassungen. Glenn sei jetzt bereit, das Gelernte umzusetzen.
Die Erwartungen bleiben realistisch. ESPN's Football Power Index sieht die Jets auf dem zweitletzten Platz der Liga, niemand rechnet damit, dass sie in die Playoffs kommen. Aber es gibt auch keine Entschuldigung für eine Wiederholung der letzten Saison. Der Besitzer muss die ewigen "Warte bis nächstes Jahr"-Versprechen langsam satt haben. Glenn hat nur eine Chance, das Schiff herumzureißen.
Balllports-Take: Für DACH-Fans ist das Jets-Drama ein faszinierendes Lehrstück in Franchise-Aufbau. Die Strategie, erfahrene Veteranen zu holen, ist nicht neu, kann aber funktionieren, wenn der kulturelle Wandel hält. Fitzpatrick als Leader mit 11 Sacks gegen die Jets in sieben Spielen ist auch psychologisch interessant. Die große Frage: Reicht Erfahrung, wenn der GM weiterhin schwache Draft-Entscheidungen trifft? Glenn hat eine Chance bekommen, die wenige Coaches kriegen. Das macht diese Saison für jeden, der Jets verfolgt, zur Pflichtlektüre.