NEW ORLEANS. Die New Orleans Saints machen einen Generationswechsel. Acht Rookies haben die Saints im April 2026 gedraftet, viele davon sollen Veteranen ersetzen, die in der Free Agency gingen. Andere werden etablierte Spieler unter Druck setzen, wenn die Saints die Saison 2026 in Woche 1 bei den Detroit Lions eröffnen. Die Rookies fallen in vier Kategorien: sofort einsatzbereit, regelmäßige Contributor, Entwicklungsprojekte und langfristige Perspektiven.
In der obersten Kategorie steht ein Name allein: Jordyn Tyson, WR, 1. Runde (Pick 8). Der erste Pick der Saints konkurriert nicht wirklich mit den anderen Rookies im Empfänger-Feld. Tyson war an der Arizona State ein verletzungsanfälliger Spieler, weshalb die Saints ihn gezielt auf einen "Maintenance Plan" gesetzt haben. Beim Rookie Minicamp trainierte er nur einen Tag von zwei, aber Wide Receivers Coach Keith Williams war beeindruckt von dem, was er sah. "Ich wollte nicht, dass er vorher weiß, welcher Play kommt. Ich wollte sehen, was er verarbeiten kann. Und er hat das heute gut gemacht", sagte Williams. Tyson bewegte sich während der Trainingseinheit zwischen allen drei Receiver-Positionen und bekam Snaps an allen drei Stellen. Das kenne er von Arizona State, also kein Problem für ihn. GM Mickey Loomis sieht einen klaren Grund für den Pick: "Er bringt einen komplementären Skillset zu Chris Olave, zu Juwan Johnson und den anderen Jungs mit. Das ist eine gute Mischung." Wenn Tyson gesund bleibt, wird er regelmäßig neben Olave spielen und um die Nummer-3-Position konkurrieren.
Als regelmäßiger Contributor wird Christen Miller eingestuft, DT aus der 2. Runde (Pick 42) von der University of Georgia. Miller kam zum Rookie Minicamp, trainierte aber nicht wegen einer nicht näher benannten Verletzung. Das war aber beabsichtigt, sagte Head Coach Dennis Moore. Der Defensive Lineman wird sich schnell in die Rotation einfügen. Seine Vielseitigkeit ist sein größtes Asset. In der College-Karriere spielte Miller 693 Snaps als DT und 311 Snaps als Nose Tackle und registrierte 30 Pressures, seit er Full-Time-Starter war. Miller selbst sieht sich als "Swiss Army Knife" im Inneren der Defensive Line. "Ich kann alles spielen, was mein Coach mir sagt. Dominanz innen, als Nose, im Three-Tech, im 4i, im Five-Tech. Ich bringe diese Vielseitigkeit mit, aber vor allem bringe ich eine Einstellung mit. Ich will durchs Gesicht von jemandem rennen. Ich suche nach Physikalität. Das ist, wie ich aufgewachsen bin. Das ist meine DNA." Loomis freute sich über die Verstärkung: "Ein großer, physischer junger Mann, der unser Team verstärkt. Das macht uns Freude."
Ballports-Take: Die Saints signalisieren mit dieser Draft-Klasse einen Neuaufbau mit jungen Talenten. Tyson als Early Pick soll sofort helfen, Miller als Depth-Option wachsen. Für deutsche Fans interessant: Wer New Orleans folgt, sollte Tyson auf dem Radar haben, falls er fit bleibt. In Fantasy Football könnte er schnell Waiver-Priorität bekommen, wenn er sich etabliert. Die Tatsache, dass die Saints aber bereits etablierte Receiver (Olave, Johnson) haben, bedeutet auch: Tyson konkurriert um Snaps, das ist kein garantierter Durchbruch wie bei manchen anderen WR-Rookies dieses Jahres.