Chelsea Gray hat am Donnerstagabend einen Meilenstein der WNBA erreicht. Die Point Guard der Las Vegas Aces traf neun Dreier und band damit einen Ligarekord, den sie sich mit vier anderen Spielerinnen teilt. Zuletzt schaffte das Rhyne Howard von den Atlanta Dream gleich zweimal in der vergangenen Saison. Gray benötigte dafür nur 13 Versuche und traf ihren rekordgebundenen Dreier noch 2:53 Minuten vor Spielende. Das half den Aces zu einem 105:89-Sieg über die Portland Fire, die in ihrer Premierensaison kämpferisch auftraten.
Gray beendete die Partie mit 29 Punkten bei einer Wurfquote von 10 aus 15 Versuchen. Sie beschrieb die psychologische Reise zu diesem Erfolg ehrlich: Monatelang traf sie die Dreier im Training regelmäßig, doch im Spiel wollten sie nicht fallen. Dann kam diese Nacht. "Das ist nur eine Sache des Vertrauens in die geleistete Arbeit", sagte Gray. A'ja Wilson überragte mit 32 Punkten und lobte ihre Teamkollegin als Person und Spielerin. "Chelsea ist einfach eine großartige Person. Es gibt eine echte Verbindung zwischen uns, die man auf dem Platz sieht", sagte Wilson.
Jackie Young steuerte 10 Assists und 8 Rebounds bei. Coach Becky Hammon erklärte das Zusammenspiel: "Es ist schön, Jackie zu haben, damit wir Chelsea vom Ball wegbekommen. Sie ist eine sehr gute Schützin." Normalerweise kontrolliere Gray das Spiel mit dem Ball in den Händen und orchestriere die Offensive. Doch an diesem Abend bekam sie mehr Chancen, einfach zu schießen. Hammon merkte an, dass Gray mit ihren Statistiken regelmäßig an die 50-40-90-Quote heranreicht, was ihre Konsistenz unterstreicht.
Die Aces mussten sich zunächst auf Portlands aggressive Defensivstrategie einstellen. Die Fire spielten fast auf jeder Possession eine Full-Court-Press und zwangen Las Vegas, ihre Offensive neu zu denken. "Wir wussten, dass sie das tun würden, aber bis man es sieht, fühlt sich das anders an", erklärte Gray. Das Team musste Lösungen finden, um nicht in Halbfeld-Offensive mit nur noch zehn Sekunden auf der Shot Clock zu landen. Midway through the zweiten Viertel hatte Portland sogar einen erschreckenden Vorteil von 32:4 Punkten in der Zone. Hammon gab zu: "Ich glaube nicht, dass ich unsere Defense jemals so schlecht gesehen habe." Sie schaltete die Verteidigung um und die Aces schafften es, Stops zu erzwingen und in Transition zu spielen. Gray betonte auch, dass Verbesserungen auf der Defensivseite entscheidend waren, um die Kontrolle zu gewinnen.
Für deutsche Basketball-Fans lohnt sich ein Blick auf Grays Saisonverlauf. Sie flirtet tatsächlich regelmäßig mit Elite-Effizienzquoten und bleibt eine der zuverlässigsten Ball-Handler in der WNBA. An Abenden wie diesem zeigt sie, dass auch ihre Offensive nicht zu unterschätzen ist, wenn sie freigespielt wird. Die Aces spielen etabliertes Basketball, und Gray ist einer ihrer Motoren. Wer die besten Teams der Welt verstehen will, sollte wissen, wie dieser Aces-Kern funktioniert.