Jaxson Dart hat sich am Mittwoch in einer Teamversammlung bei den New York Giants zu seinem Auftritt auseinandergesetzt. Der Quarterback hatte in der Vorwoche an einem Event für den New Yorker Kongressabgeordneten Mike Lawler in Suffern teilgenommen, etwa 35 Meilen nordwestlich von New York City, und dort Präsident Donald Trump vorgestellt. Giants-Führungskräfte wie Brian Burns, Kayvon Thibodeaux und Jameis Winston sprachen ebenfalls im Rahmen des Treffens, berichteten Insider dem ESPN und dem NFL Network.
Der Auftritt hatte für Wirbel gesorgt, nachdem Abdul Carter, Linebacker der Giants im zweiten Jahr, am Wochenende auf X ein Video des Moments postete. Carter schrieb zunächst verwirrt, dann folgte eine Klarstellung: Er und Dart hätten miteinander geredet und alles sei in Ordnung. Mehrere Spieler wie Offensive Lineman Jermaine Eluemunor betonten, dass das Locker Room ungetrübt sei. In der Teamversammlung ging es unter anderem darum, Themen intern zu halten und Frust nicht öffentlich auszutragen.
Dart, 23 Jahre alt, wurde vor einem Jahr als First-Round-Pick aus Ole Miss verpflichtet. In seinem Rookie-Jahr übernahm er in Woche 4 die Starting-Position und warf 15 Touchdown Passes bei fünf Interceptions. Mit neun Rushing Touchdowns stellte er in der modernen NFL-Ära die zweithöchste Quote für einen Rookie-Quarterback auf. Die Giants sehen in ihm ihren Franchise Quarterback der Zukunft und bauen ihre Offense unter Neu-Trainer John Harbaugh und Offensive Coordinator Matt Nagy um ihn herum auf.
Dart war vor seinem Einsatz in New York von Beratern auf die Möglichkeit eines Treffens mit dem Präsidenten hingewiesen worden. Bei der Veranstaltung am Freitag führte er Trump vor. "Look, Big Blue Nation, it's a pleasure to be here. I've got to start this off with a 'Go Big Blue.' I'd love if you all would follow with me", sagte Dart zur Eröffnung und ließ die Menge in einen Fangesang einstimmen. Dann stellte er Trump vor.
Es ist nicht die erste Verbindung zwischen Trump und den Giants in diesem Jahr. Der Präsident hatte im Januar auf Truth Social dafür geworben, dass die Giants Harbaugh als Head Coach engagieren. Harbaugh selbst nahm die Empfehlung mit Humor auf. Bei seiner Pressekonferenz sagte der neue Trainer: "It feels really great. Ich habe auch auf dem Post gesehen, dass er sagte: John, take the job. Ich dachte, vielleicht hat da John Mara seine Finger im Spiel gehabt. Aber es ist cool und es ist Sport. Jeder folgt ihm, auf allen Ebenen verfolgen Menschen Football, sie verfolgen die Giants, sie verfolgen die NFL. Das ist der größte Sport und das ist das ikonischste Franchise im größten Sport."
Ballports-Take: Dass Dart von seinen Teamkollegen direkt angesprochen wird und dass Giants-Führungskräfte in dieser Frage klare Grenzen setzen wollen, zeigt wie empfindlich die NFL mittlerweile bei politischen Statements ihrer Spieler reagiert. Für Dart persönlich ist das eine wichtige erste Lektion als Franchise Quarterback: Die Aufmerksamkeit um den Job ist enorm, jeder Schritt wird beobachtet. Das Team unter Harbaugh setzt schnell klare Strukturen, was für ein Rookie-QB eigentlich beruhigend ist. Fans sollten weniger das Drama nehmen und mehr darauf achten, wie Dart und die Giants ihr Offense-System verfeinern. Das ist sportlich deutlich relevanter als dieser Auftritt.