Die Washington Mystics haben die Seattle Storm mit 78:64 geschlagen und damit ihre Negativserie gestoppt. Shakira Austin war die Hauptakteurin des Spiels in Seattle: 18 Punkte, 13 Rebounds und fünf Assists bescherten der Mystics-Centern einen dominanten Auftritt.
Die Mystics waren mit 3:3 ins Spiel gegangen und hatten vorher zwei Niederlagen hintereinander kassiert. Jetzt gelang ihnen ein überzeugender Sieg, bei dem Austin nicht allein stand. Michaela Onyenwere kehrte nach sieben Spielen Ausfallzeit zurück, eine Knieverletzung hatte sie bislang zum Zuschauen verdammt. Sie machte dort weiter, wo sie aufgehört hatte: mit 14 Punkten und zwei verwandelten Dreiern. Im Opening-Run schoss Onyenwere Washington zu einer 12:2-Führung und die Mystics lagen danach nie zurück.
Auf der Bank holte sich Kiki Iriafen 13 Punkte und neun Rebounds. Eine Besonderheit des Spiels war der WNBA-Debüt von Alicia Flórez Getino. Sie war am 7. Mai mit einem Entwicklungsvertrag verpflichtet worden und spielte in 23 Minuten neun Punkte, fünf Rebounds und zwei Steals bei nur einem Turnover zusammen.
Seattle versuchte, ins Spiel zurückzukommen. Lexie Brown traf einen Dreier mit noch 7:48 Minuten in der ersten Halbzeit und verkürzte auf sieben Punkte Rückstand. Danach aber zeigte sich die Storm offensiv gelähmt. Erst Zia Cooke mit einem Driving Layup mit 1:08 verbleibend in der ersten Hälfte sorgte wieder für Seattle-Punkte. Da führten die Mystics bereits 48:29.
Am nächsten Morgen hätte es für Seattle eng werden können. Jade Melbourne startete die dritte Viertel mit zwei aufeinanderfolgenden Layups und leitete einen 8:0-Lauf ein, der die Storm auf elf Punkte heranführte. Dann aber schaltete Washington einen Gang höher. Sonia Citron erzielte sieben Punkte in einem 13:4-Lauf, der die Mystics-Führung auf 20 Punkte aufblasen ließ. Am Ende verlor die Storm (3:5) auch auf der Scoreboard deutlich: 35 Prozent Feldwurfquote, nur 22 Prozent aus der Distanz.
Melbourne war mit 15 Punkten die beste Schützin Seattles, Mackenzie Holmes steuerte acht Punkte und ein karrierebestes Rebound-Effort von zehn Brettern bei. Im Konkurrenz-Vorteil für die Mystics: Dominique Malonga der Storm fehlte zum fünften Mal in Folge wegen einer Gehirnerschütterung.
Ballports-Take: Die Rückkehr von Onyenwere ist für Washington ein riesiger Bonus. Eine spielerische Flügelspielerin, die direkt wieder auf hohem Niveau spielte, kann einer jungen Mannschaft wie den Mystics Stabilität geben. Flórez Getino zeigt, dass die Entwicklungsverträge funktionieren, wenn die Spielerin mitgebracht hat. Für die Verfolgung der WNBA aus deutscher Perspektive ist die Mystics-Aufstellung interessant: Sie spielen schnell, modern und ohne klassische Größe. Das macht sie zum Vorgeschmack auf die Basketball-Zukunft, die auch in Europa anklopft.