Koa Peat hat sich entschieden. Der Forward der University of Arizona zieht seine Kandidatur für den NBA Draft nicht zurück und beendet damit endgültig sein College-Abenteuer. Die Deadline für diesen Schritt verstrich am Mittwochabend um 23:59 Uhr ET, und Peat ließ die Frist verstreichen. Zwei Monate lang hatte der 18-Jährige mit sich gerungen, ob er zurück nach Tucson gehen könnte oder den Sprung in die NBA wagen sollte. Jetzt ist die Entscheidung gefallen.
Die Chancen standen ohnehin gut für Peat. ESPN führt den 2,03 Meter großen Freshman in der aktuellen Mock Draft auf Position 27. Das ist solider First-Round-Territory, und Peat selbst hatte mit seinem Combine-Auftritt in Chicago gerade eben bewiesen, dass die athletischen Grundlagen stimmen. Ein Standing Vertical von 34,5 Zoll reichte für Platz sechs aller Spieler beim Combine. Die Kraft, die Explosivität, die Sprintfähigkeit, alles da.
In seiner einzigen College-Saison für Arizona startete Peat beeindruckend. Gegen das damalige Champion Florida schoss er im November 30 Punkte, dazu sieben Rebounds und fünf Assists. Dieser Auftritt setzte den Tone, auch wenn Peat die Season danach etwas runterfuhr und im Schnitt auf 14,1 Punkte, 5,6 Rebounds und 2,6 Assists kam. Aber wenn es wichtig wurde, spielte der Forward aus Chandler in Arizona sein bestes Basketball. Im NCAA-Tournament legte er richtig los: 17,2 Punkte und 7,6 Rebounds über fünf Spiele. Gegen Arkansas waren es 21 Punkte, gegen Purdue in der Elite Eight 20 Punkte, im Final-Four-Spiel gegen Michigan dann 16 Punkte und 11 Rebounds. Das war der Koa Peat, wegen dem ihn Top-10-Scouts lange Zeit auf der Liste hatten.
Ein großes Aber bleibt aber: das Shooting. Beim Combine offenbarte sich ein echtes Problem. Peat machte nur 6 von 25 Spot-Up-Würfen und 7 von 25 Dreier im Star Drill. Das war die zweitschlechteste kombinierte Bilanz aller Spieler an diesem Tag. Noch auffälliger: sein Wurf sah anders aus als noch während der Saison. Langsamer, viel tiefere Release. Das ist genau das, das NBA-Teams nicht sehen wollen. Peat war sich bewusst und sprach offen darüber: "Ich versuche einfach, so viel wie möglich daran zu arbeiten. Mein Shot soll jedes Mal gleich aussehen." Er versicherte, dass er nicht zu sehr von dieser Schwachstelle besessen sei, weil er ja auch ohne Dreier Einfluss auf die Games nehmen könne. Aber klar ist auch: dieser "Durchbruch", den Peat erwartet, muss erst noch kommen.
Für Arizona und Coach Tommy Lloyd wird die fehlende Peat-Produktion zum größeren Problem. Der Forward war zentraler Bestandteil der Rotation und half den Wildcats zur Big-12-Regular-Season- und Conference-Championship. Dazu kamen noch Third-Team-All-Big-12-Ehren. Jetzt ist die Frontcourt neben den Returners Ivan Kharchenkov und Motiejus Krivas (beide bleiben und setzen ihre Karrieren in Tucson fort) praktisch ein riesiges Loch. Lottery Pick Brayden Burries und Big 12 Player of the Year Jaden Bradley sind längst weg. Lloyd hat mit Derek Dixon von North Carolina und JJ Mandaquit von Washington zwei Transfer-Guards geholt, und Top-Five-Recruit Caleb Holt kommt auch noch an, aber eine echte Wing-Kraft neben Kharchenkov und Krivas fehlt. Das ist der Grund, warum Arizona schon seit Wochen Iowa-State-Transfer Milan Momcilovic im Auge hat.
Ballports-Take: Für deutsche Fans, die Arizona verfolgen, bedeutet das vor allem Unsicherheit in der kommenden Saison. Peat war ein Sicherheitsanker im Angriff, und sein Weggang zeigt, wie schnell ein Program sich ändert, wenn mehrere NBA-Spieler gleichzeitig den Sprung machen. Sportlich macht Peat die richtige Entscheidung, die Chancen auf einen Platz in der ersten Runde sind real. Das Shooting-Problem beim Combine ist aber ein echtes Warnsignal, das NBA-Teams übernehmen müssen. Es könnte die Differenz ausmachen, ob Peat ein Rotation-Player wird oder erst im G-League-Umfeld an seinem Game feilt.