Der kommende Offseason wird zum Marathon der Vertragsverlängerungen. Mehr als 100 Profis, darunter die größten Namen der Liga wie Giannis Antetokounmpo, Stephen Curry, Nikola Jokic und Donovan Mitchell, können ihre Kontrakte verlängern. Die Regel-Änderungen aus den Tarifverträgen von 2017 und 2023 haben das Spiel völlig verschoben: Spieler haben nun starke Anreize, sich jetzt garantiertes Geld zu sichern, statt auf die Free-Agency zu warten.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Seit der aktuelle Tarifvertrag in der Saison 2023-24 begann, haben durchschnittlich 31 Spieler pro Jahr eine Veteran- oder Rookie-Verlängerung unterschrieben. Unter dem alten Tarifvertrag waren es nur 21 im Schnitt. Zusätzlich gibt es eine Gruppe von 44 potenziellen Free Agents, die noch bis zum 30. Juni ein Extension-Angebot annehmen können. Darunter sind etablierte Namen wie CJ McCollum, Trae Young, Norman Powell und andere, die in ihren jeweiligen Teams eine wichtige Rolle spielen.
Bei den marquee names beginnt es mit dem wahrscheinlich interessantesten Fall: Giannis Antetokounmpo und die Milwaukee Bucks stehen an einem Scheideweg. Der zwei Mal MVP hat noch zwei Jahre Vertrag, wobei das zweite Jahr eine Player Option ist. Ab dem 1. Oktober kann er diese Option ablehnen und eine vier-Jahres-Verlängerung über 275 Millionen Dollar unterschreiben. Falls er die Option für 2026-27 annimmt, könnte er danach eine drei-Jahres-Extension über 213,6 Millionen Dollar verhandeln. Das schafft zwei völlig unterschiedliche Szenarien für die Bucks.
Szenario eins: Antetokounmpo erklärt sich verbal bereit, eine vierte Extension in Milwaukee zu unterschreiben und bleibt bei den Bucks. Aber selbst mit dieser Zusage müssten die Bucks bis zum 1. Oktober warten, erst dann kann er offiziell unterschreiben. Antetokounmpo selbst signalisierte gegenüber ESPN Geduld: "Wir sehen dann, wenn wir dort sind. Wir haben mehrere Monate bis dahin. Das ist lange. Aber jemand muss dir das Angebot machen, damit du unterschreiben kannst. Mir wurde noch keine Extension angeboten. Falls das auf dem Tisch liegt, werde ich versuchen, die beste Entscheidung für mich und meine Familie zu treffen."
Szenario zwei ist wahrscheinlicher: Antetokounmpo bleibt vage zu seiner Zukunft in Milwaukee, und die Bucks handeln ihn vor dem Draft. Co-Owner Jimmy Haslam deutete genau das an: "Ich denke, vor dem Draft ist einfach ein natürlicher Zeitpunkt. Wenn Giannis woanders spielt, brauchen wir viele Assets. Das ist Jons Job als General Manager. Und wenn er hier bleibt, bauen wir das Team anders auf." Sollte es zum Trade kommen, könnte Antetokounmpo frühestens sechs Monate später bei seinem neuen Team eine Extension unterschreiben.
Bei Stephen Curry und den Golden State Warriors ist die Situation entspannter, aber dennoch wichtig. Der Warriors-Star kann ab dem 29. August eine zwei-Jahres-Extension über 136,7 Millionen Dollar unterschreiben. Das würde ihm die höchsten Jahresgehälter seiner Karriere bringen: 65,7 und 71 Millionen Dollar. Für einen 39 und 40 Jahre alten Curry wäre das eine komfortable Absicherung. Nach der Playoff-Elimination in der Play-in reagierte Curry diplomatisch auf Fragen zu einer neuen Vereinbarung: "Auf jeden Fall, aber solche Gespräche haben noch nicht stattgefunden. Es wird ein arbeitsreicher Offseason für die Warriors."
Ballports-Take: Für deutsche Basketball-Fans und Fantasy-Manager wird dieser Offseason zum absoluten Wendepunkt. Die Extension-Welle bedeutet Klarheit schneller als früher, aber auch: Wenn Top-Stars nicht verlängern, sind Trades unmittelbar. Giannis' Situation ist die explosive Story, die alles andere überlagern wird. Sollten die Bucks tatsächlich vor dem Draft handeln, könnte das einen ganzen Markt ins Rollen bringen. Bei den etablierten Stars wie Curry geht es eher um Legacy und letzte Verträge. Wer die nächsten Monate aufmerksam verfolgt, versteht schneller als andere, welche Teams im Sommer neu zusammengestellt werden.