Die nigerianische Basketballverband hat David Fizdale als neuen Cheftrainer der D'Tigers ernannt, das Herrenteam Nigerias. Der 51-jährige Fizdale bringt mehr als zwei Jahrzehnte NBA-Erfahrung mit, gewann zwei Championships mit der Miami Heat und trainierte Hall of Famers. Er übernimmt ein Programm, das in den letzten Jahren deutlich an Strahlkraft verloren hat.
Fizdale hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Nigeria nicht nur zu den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles zu bringen, sondern dort auch eine Medaille zu gewinnen. In einem Interview sagte er: "Wir müssen es zu den Olympischen Spielen schaffen. Das ist mein ultimatives Ziel. Und nicht nur dorthin kommen, ich will gewinnen." Die aktuelle Lage ist angespannt. Die D'Tigers sitzen derzeit auf Platz drei in ihrer Gruppe der FIBA-Basketball-Weltmeisterschaft-Qualifikation für Afrika 2027, dem ersten Schritt zu den Spielen. Sie verloren gegen Tunesien und Guinea und gewannen nur knapp in der Verlängerung gegen Ruanda.
Fizdale will die Standards erhöhen. "Wir können uns nicht mit kleinen Zielen zufrieden geben. Wir können nicht sagen: 'Okay, wir freuen uns, bei den Olympischen Spielen dabei zu sein.' Das ist nicht akzeptabel," erklärte er. "Wir müssen die gleichen Ziele setzen wie das US-Team, die gleichen Erwartungen wie das US-Team. Kann man das erreichen? Ich weiß es nicht. Aber wenn wir danach streben und auf diesem Niveau arbeiten, können nur gute Dinge daraus entstehen."
Die Berufung nach Los Angeles hat für Fizdale eine persönliche Dimension. Die Stadt ist seine Heimat. 1984, als die Olympischen Spiele dort stattfanden, war er neun oder zehn Jahre alt und erlebte, wie ein junger Michael Jordan die USA zum Gold führte. Das Ereignis hinterließ einen bleibenden Eindruck. Jahre später, als klar wurde, dass eine NBA-Karriere nicht für ihn vorgesehen war, verlagerte sich sein Fokus: "Ich wollte wirklich in den Olympischen Spielen als Trainer arbeiten."
Um diesen Plan umzusetzen, ist Fizdale's sofortige Priorität die Rekrutierung. Früher bauten die D'Tigers ihre Erfolge auf NBA- und europäischen Spielern auf. Namen wie Ekpe Udoh, Gabe Vincent, Chimezie Metu, Josh Okogie, Precious Achiuwa und Jordan Nwora spielten für Nigeria. In den letzten Jahren war das anders. Das Team setzte sich hauptsächlich aus lokalen Spielern zusammen, nur wenige kamen aus Europa oder Asien. Fizdale hat bereits damit begonnen, das zu ändern. Er hat mit Chimezie Metu, den er in Phoenix trainierte, und mit Josh Okogie von den Houston Rockets, ebenfalls ein ehemaliger Suns-Spieler unter Fizdale, gesprochen.
Ballports-Take: Für europäische Basketball-Fans ist Fizdale's Verpflichtung ein Signal dafür, dass Nigeria wieder eine ernstzunehmende Kraft werden will. Seine Connections zu NBA-Spielern nigerianischer Herkunft könnten das Turnaround einleiten. Besonders die Bewerbung Nigerias für Präsenz in internationalen Turnieren könnte die EuroLeague und europäische Clubs tangieren, wenn Spieler zwischen NBA und Nigeria-Einsätzen pendeln. Der Fokus auf 2028 in LA ist realistisch, aber ambitioniert, zumal die aktuelle Qualifikation zeigt, dass der Weg steinig ist.