Olivia Miles hat in der Nacht auf Freitag einen WNBA-Rekord aufgestellt, den vorher kein Rookie geschafft hat. Die Guard der Minnesota Lynx traf acht Dreier in einem Spiel gegen die Golden State Valkyries und führte ihr Team zu einem 87:84-Sieg. Miles, im April als zweite Spielerin des Draft gepickt, versenkte acht ihrer elf Versuche von jenseits der Drei-Punkte-Linie und kam auf insgesamt 28 Punkte bei einer Quote von 56 Prozent aus dem Feld. Dazu kamen sieben Assists und vier Rebounds.
Der bisherige Rekord lag bei sieben Dreiern pro Spiel. Caitlin Clark von der Indiana Fever hatte das 2024 geschafft, damals noch als Rookie. Auch Crystal Robinson von den New York Liberty gelang das 1999, allerdings war Robinson damals 25 Jahre alt und hatte bereits professionelle Erfahrung in anderen Ligen. Miles und Clark sind echte Rookies, die direkt aus dem College kommen. Mit ihrem Rekordabend traf Miles auch so viele Dreier wie die Veteran Kayla McBride, die diesen Franchise-Rekord der Lynx gleich zweimal aufgestellt hat. Der alte Rookie-Rekord für Minnesota lag bei sechs Dreiern.
Das Bemerkenswerte: In ihren ersten neun Spielen dieser Saison war Miles nur 2 von 18 vom Dreier-Punkt entfernt. Lynx-Coach Cheryl Reeve verglich die plötzliche Trefferquote mit Miles' College-Zeit. An der TCU hatte Miles im Februar gegen Baylor zehn Dreier gemacht, davor spielte sie für Notre Dame und traf dort achtmal von jenseits der Linie gegen Pitt. Insgesamt machte Miles in ihrer College-Karriere 198 Dreier.
Miles spricht nach solchen Leistungen offen über ihre mentale Einstellung. "Es ist ein Beweis für meine Mentalität und mein Selbstvertrauen", sagte sie nach dem Spiel. "Es braucht innere Arbeit, um an sich selbst zu glauben und sich ständig selbst zu sagen, dass man es verdient hat, wo man ist. Die Unterstützung, die ich hier bekomme, ermöglicht es mir einfach, mich wohl zu fühlen." In dieser Saison legt Miles für die Lynx durchschnittlich 17,0 Punkte, 6,3 Assists und 4,9 Rebounds auf. Damit helfen die Zahlen der Liga-besten Mannschaft (8:2).
In Thursdayabend's Sieg war Miles direkt oder indirekt an 44 der 87 Punkte ihres Teams beteiligt. In ihrer noch jungen WNBA-Karriere hat Miles bereits 317 Punkte durch Scores oder Assists generiert. Das ist die zweithöchste Quote für einen Rookie in den ersten zehn Spielen. Paige Bueckers von Dallas steht mit 318 Punkten noch knapp davor, Caitlin Clark folgt mit 312.
Ballports-Take: Miles' Ausbruch zeigt, wie schnell eine junge Guards in der WNBA finden kann, wenn das System stimmt und der Kopf mitspielt. Ihre Mentalität klingt nicht wie die eines überforderten Rookies, sondern eher nach einer Spielerin, die weiß, was sie kann. Für Fantasy-Basketball-Manager ist das eine Warnung: Miles ist kein Überraschungshit für eine Nacht, sondern scheint wirklich ein zentraler Teil der Lynx-Offensive zu werden. Die Statistiken gegen Paige Bueckers sind eng, und beide könnten DACH-Fans interessieren, die den WNBA-Aufstieg verfolgen.