Puka Nacua hat sich erstmals öffentlich zu einer gegen ihn eingereichten Zivilklage geäußert. Die Klage wurde im März eingereicht und wirft dem Wide Receiver der Los Angeles Rams vor, eine antisemitische Aussage gemacht und eine Frau auf die Schulter gebissen zu haben. Die Anklage umfasst Vorwürfe der Geschlechtergewalt, Körperverletzung und Fahrlässigkeit.
Nacua wollte sich zu den Einzelheiten nicht äußern und bezeichnete den Fall als "laufende rechtliche Auseinandersetzung". Sein Anwalt Levi McCathern hatte im März mitgeteilt, dass Nacua die Vorwürfe "aufs Schärfste" bestreitet. Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag sagte Nacua jedoch, dass er aus den Situationen lernen wolle, in die er sich selbst gebracht habe. "Es geht darum, bewusster zu werden, wie ich mich auf und neben dem Platz verhalte," erklärte der 25-Jährige.
Die Rams und seine Mannschaftskollegen hätten ihm großen Rückhalt gegeben, sagte Nacua. Mehrere Personen hätten ihn während der Offseason kontaktiert. Als Teil seiner Aufarbeitung hat Nacua Therapie in Anspruch genommen und verbrachte das Frühjahr teilweise in einer Entwöhnungseinrichtung. "Es gab viele positive Dinge inmitten einiger herausfordernder Momente, aber insgesamt ist mein Leben deutlich besser geworden," sagte er.
Ein Vorfall aus dem Dezember hatte Nacua bereits in die Schlagzeilen gebracht: Bei einem Internet-Livestream führte er eine Geste auf, die antisemitische Züge trug. Zwei Internet-Streamer hatten ihn dazu aufgefordert, die Geste als Touchdown-Jubel zu zeigen. In einer Stellungnahme entschuldigte sich Nacua damals und sagte, er habe zu diesem Zeitpunkt nicht gewusst, was die Geste bedeutet.
Rams-Trainer Sean McVay sprach von Dankbarkeit dafür, dass Nacua sich öffnet. "Es ist wirklich positiv zu sehen, in welche Richtung er sich entwickelt. Wir werden ihn weiter unterstützen," sagte McVay. Nacua war 2023 als Pick in der fünften Runde gedraftet worden und befindet sich im letzten Jahr seines Rookie-Vertrags. Die Frage nach einer Vertragsverlängerung wollte er nicht vertiefen. "Meine Aufgabe ist, hier zu sein, mit den Jungs zu trainieren und jeden Tag um die beste Leistung zu kämpfen. Wenn ich weiter wachse, werden sich andere Dinge von selbst regeln," sagte Nacua.
Ballports-Take: Nacuas offenes Ansprechen der Vorfälle und sein Einsatz in Therapie deuten auf ernsthafte Bemühungen hin, sich persönlich zu entwickeln. Für Fantasy-Football-Spieler in der DACH-Region bleibt er dennoch ein Risiko mit hohem Zeilenaufkommen, solange der rechtliche Fall anhängig ist. Die Rams zeigen mit ihrer kontinuierlichen Unterstützung, dass sie an ihm festhalten. Wer Nacua in Liga-Teams hält, sollte den weiteren Verlauf der Klage und mögliche sportliche Konsequenzen im Blick behalten. Seine Performance auf dem Platz hat bisher kein Leid genommen, aber die Ablenkung durch außersportliche Themen bleibt ein Faktor.