Flores-Anwälte servieren 25 NFL-Teams Vorladungen
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Flores-Anwälte servieren 25 NFL-Teams Vorladungen

Der Rechtsstreit von Brian Flores gegen die NFL wird konkreter. Gerichtsdokumente zeigen, dass seine Anwälte Vorladungen an 25 NFL-Teams verschickt haben und mehr als 1.000 Anfragen zur Offenlegung von Dokumenten gestellt haben. Ziel ist es, Einstellungsakten und Kommunikationen aus der ganzen Liga zu erhalten, um systematische Diskriminierung bei Trainereinstellungen nachzuweisen. Die genaue Liste der betroffenen Teams wurde in der Gerichtseinreichung nicht genannt.

Die Gegenseite wehrt sich. Die NFL, Denver Broncos, New York Giants und Houston Texans, die derzeit als Beklagte in dem Fall auftreten, argumentieren, dass Flores' Forderungen "unerträglich umfassend" sind. Flores' Anwälte hingegen behaupten, dass diese Informationen notwendig sind, um Diskriminierungsmuster in der gesamten Liga zu beweisen. Richterin Valerie E. Caproni hat einen Zeitplan genehmigt, der für die kommenden Monate entscheidend wird: Flores muss am Mittwoch eine dritte überarbeitete Beschwerde einreichen, Anträge zur Klageabweisung folgen am 5. Juni, und ausführliche Gegenargumente werden in den späten Monaten Juli und August erwartet.

Für Flores selbst geht dieser Kampf bereits über vier Jahre zurück. Der ehemalige Head Coach der Miami Dolphins und derzeitige Defensive Coordinator der Minnesota Vikings reichte im Februar 2022 Klage gegen die NFL und drei Teams ein: die Dolphins, Broncos und Giants. Sein Vorwurf lautet, die Organisationen seien "durchdrungen von Rassismus" bei der Einstellung und Beförderung schwarzer Trainer. Unter seinen Anschuldigungen: Dolphins-Eigentümer Stephen Ross habe ihm 2019 angeboten, ihm 100.000 Dollar pro Niederlage zu zahlen, um der Mannschaft beim Erreichen einer besseren Draft-Position zu helfen. Die Giants und Broncos hätten ihm nur Schein-Vorstellungsgespräche nach der Rooney Rule gegeben. Flores wurde am 10. Januar 2022 entlassen, obwohl er die Dolphins zu ihren ersten aufeinanderfolgenden Gewinnseasons seit 2003 geführt hatte.

Der Fall hat sich seitdem ausgeweitet. In einer überarbeiteten Beschwerde fügte Flores Vorwürfe hinzu, dass die Texans ihn wegen seiner Klage aus dem Auswahlprozess für einen Head-Coach-Posten entfernt hätten und dass die Dolphins versucht hätten, bereits gezahlte Gelder zurückzufordern, um ihn einzuschüchtern. Die Black Coaches Steve Wilks und Ray Horton schlossen sich der Klage an und behaupten ebenfalls, dass sie bei ihren Einstellungsprozessen nicht echte Chancen erhielten.

Ein Bundesrichter fällte 2023 ein Mischurteil: Einige Vorwürfe, darunter die gegen die Dolphins, wurden zur Schiedsgerichtsbarkeit verwiesen, doch die breiteren Vorwürfe über Diskriminierung von schwarzen Trainern durften vor Bundesgericht verhandelt werden. Die NFL legte Berufung ein, aber das Berufungsgericht erlaubte diesen öffentlichen Verfahrensweg und äußerte in seiner Entscheidung Bedenken zur Fairness der Schiedsgerichtsbarkeit, insbesondere weil NFL-Commissioner Roger Goodell als Schiedsrichter fungieren könnte. Die NFL reichte daraufhin eine Petition beim US Supreme Court ein, der jederzeit eine Entscheidung treffen könnte.

Ballports-Take: Dieser Fall könnte die Strukturen der NFL erschüttern, auch wenn die deutschen Fans ihn nicht täglich verfolgen. Was Flores und seine Anwälte hier versuchen, geht über einzelne Einstellungsentscheidungen hinaus: Sie wollen aufdecken, wie systematisch schwarze Trainer in der Liga behandelt werden. Die nächsten Monate sind entscheidend, ob ein Federal Court wirklich in die geheimen Einstellungsakten aller 32 Teams schauen darf. Für die NFL wäre das ein PR-Alptraum. Flores bleibt inzwischen in seiner Rolle bei Minnesota aktiv und wartet auf die juristische Entwicklung.

Originalquelle: ESPN / NFLOriginal lesen →
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