Tucker Kraft hat große Pläne für sein Comeback. Der Tight End der Green Bay Packers riss sich am 2. November gegen die Carolina Panthers das vordere Kreuzband am rechten Knie, musste die Saison daraufhin beenden. Doch sieben Monate später sitzt Kraft nicht einfach nur zuhause und wartet. Er trainiert, arbeitet an seiner Genesung, und sein Ziel ist unmissverständlich: Er will zur Saisonöffnung der Packers spielen, ohne dass die Trainer ihn dosieren.
"Mit meinem aktuellen Gefühl würde ich sagen, ich bekomme in der Trainingsvorbereitung alle Kondition, die ich brauche, um in Week 1 ohne Einschränkungen starten zu können", sagte Kraft während des Packers-Minicamps. Seine Zuversicht speist sich aus dem bisherigen Verlauf seiner Reha. Die ersten drei Monate nach der OP habe er mit besonders großem Einsatz genutzt, das habe ihn auf sein jetziges Level katapultiert. "Mein Quad sieht großartig aus. Die Schwellungen sind minimal bis gar nicht vorhanden. Es gibt keine komischen Schmerzen mehr nach Behandlungen und Training", erklärte der 25-Jährige.
Zum Zeitpunkt seiner Verletzung hatte Kraft bereits beeindruckende Zahlen gesammelt: 32 Receptions für 489 Receiving Yards und sechs Touchdowns in neun Spielen. Er war der einzige Tight End in der gesamten NFL, der die Marke von 30 Receptions, 475 Yards, sechs TDs und durchschnittlich 15 Yards pro Reception geknackt hatte. Kraft ist sich seiner Leistungen bewusst, spricht frei darüber, dass er in seinem Spiel, dem des "Y"-Receivers, auf dem höchsten Niveau der Liga angekommen war. "Outside Zone, Inside Zone, Screen Game, Downfield Play, ich hatte alles zusammen", sagte er. "Einige Leute halten mich vielleicht für verrückt, das zu sagen, aber der Film wird für sich selbst sprechen."
Ein wichtiger Marker war erreicht: Kraft lief kürzlich 21,5 Meilen pro Stunde, was für ihn in seinem Reha-Plan ein signifikanter Meilenstein war. "Jeder einzelne Tag komme ich hierher und versuche, besser zu werden, gesünder zu werden", sagte er. Das typische Vorgehen bei den Packers sieht vor, Spieler erst nach neun Monaten wieder ins Training zu lassen. Kraft könnte diese Regel also durchaus noch brechen, wenn sein Tempo anhält.
Darüber hinaus denkt Kraft längerfristig. Der Dritte-Runde-Pick aus dem Draft 2023 befindet sich im letzten Jahr seines Rookie-Vertrags. Mit der Packers-Organisation sollen bereits Gespräche über eine Vertragsverlängerung laufen. "Mein Ziel ist, dass ich mein ganzes Leben für diese Organisation spielen möchte", sagte Kraft. "Ich bin gesegnet, hier gedraftet worden zu sein. Green and Gold ist alles, was ich kenne." Der Eindruck: Ein Spieler, der weiß, was er wert ist, und der bereit ist, sich wieder auf höchstem Niveau zu beweisen.
Für deutsche und deutschsprachige Packers-Fans dürfte Krafts Comeback-Plan motivierend wirken. Ein Tight End auf dem Niveau, das Kraft vorher zeigte, ist Gold wert für jedes NFL-Offense-System. Seine Allround-Fähigkeiten zwischen den Blöcken und in der Passstrecke machen ihn zu einem kompletten Spieler. Sollte er tatsächlich unbegrenzt in Week 1 auflaufen, könnte das für Packers-Fans einen großen Boost bedeuten. Fantasy-Football-Manager sollten ihn im Auge behalten, sobald die Draft-Saison naht. Krafts Optimismus ist ansteckend, doch die nächsten Wochen im Training Camp werden zeigen, ob die Realität mit seinen Erwartungen mithalten kann.