Im Superflex-Format ändert sich die Draft-Strategie grundlegend. Anders als in Standard-Leagues, wo man Quarterbacks gerne bis später schieben kann, braucht man hier gleich zwei starke Passers pro Woche. In einer 10er-Liga bedeutet das mindestens 20 QBs in den Starting Lineups, bevor Bye Weeks und Verletzungen überhaupt relevant werden. Das macht Mock Drafts zu einer echten Notwendigkeit.
Das Tückische am Superflex: Der QB-Run kann völlig überraschend beginnen und dann rasend schnell alle guten Passer vom Board nehmen. Wer das zum ersten Mal in seinem echten Draft erlebt, gerät leicht in Panik. Deshalb lohnt es sich, vorher mehrere Mock Drafts aus verschiedenen Positionen zu spielen. Probiert aus, früh einen QB zu nehmen. Wartet dann in einem anderen Mock ab. Schaut, was mit eurer restlichen Depth Chart passiert. Die Erkenntnis dahinter ist simpel: Je mehr verschiedene Szenarien ihr vorher durchgespielt habt, desto ruhiger bleibt ihr, wenn es losgeht.
Der Kniff liegt in der Balance. Ein QB1 auf Elite-Niveau gibt euch einen echten Vorteil in diesem Format. Aber blind zwei Top-Quarterbacks zu holen, kann euer ganzes Team ausdünnen. Wenn die anderen Drafters die QBs übergewichten, schnappt euch stattdessen die Run Back oder Wide Receiver, die überraschend guten Wertes fallen. Die besten Superflex-Teams entstehen durch intelligentes Positioning, nicht durch panisches QB-Sammeln. Das Ziel: Mindestens eine Quarterback im ersten, zweiten oder frühen dritten Runde, in den ihr großes Vertrauen setzt. Danach bleibt ihr geduldig und schlagt zu, wenn die zweite Welle von Top-Kandidaten sich abkühlt.
Dieser Mock Draft mit neun erfahrenen Analysten und Reportern zeigt, wie diese Logik in der Praxis aussieht. Ja'Marr Chase (CIN, WR) ging insgesamt an Pick 1, gefolgt von Josh Allen (BUF, QB) an Pick 2. Dahinter reihten sich Bijan Robinson (ATL, RB), Jahmyr Gibbs (DET, RB) und Lamar Jackson (BAL, QB) ein. Der Run auf Quarterbacks setzte sich sofort fort: Jayden Daniels (WSH, QB) an Pick 6, Drake Maye (NE, QB) an Pick 7, Joe Burrow (CIN, QB) an Pick 8 und Jalen Hurts (PHI, QB) an Pick 10. In Runde zwei folgte Christian McCaffrey (SF, RB), Jonathan Taylor (IND, RB), Jaxon Smith-Njigba (SEA, WR) und Amon-Ra St. Brown (DET, WR). Der nächste QB-Block kam mit Patrick Mahomes (KC) an Pick 17 und Jaxson Dart (NYG) an Pick 18. Weitere Picks der Mock: Matthew Stafford (LAR, QB) an Pick 21, James Cook III (BUF, RB) an Pick 22, Justin Jefferson (MIN, WR) an Pick 23, Jeremiyah Love (ARI, RB), Derrick Henry (BAL, RB), Omarion Hampton (LAC, RB), Chase Brown (CIN, RB), Drake London (ATL, WR), Brock Purdy (SF, QB) an Pick 29 und Trey McBride (ARI, TE) an Pick 30. In Runde vier: Kenneth Walker III (KC, RB), Trevor Lawrence (JAX, QB), Brock Bowers (LV, TE), Rashee Rice (KC, WR), Nico Collins (HOU, WR), Bo Nix (DEN, QB), A.J. Brown (NE, WR), Caleb Williams (CHI, QB) und Dak Prescott (DAL, QB).
Für deutsche Fantasy-Football-Spieler, die Superflex spielen, ist das ein wichtiger Wake-up-Call. In deutschen Ligen dominiert noch das Standard-Format mit Single-QB, dort könnt ihr mit späteren Quarterbacks sehr gut fahren. Superflex erfordert komplett anderes Denken und macht QBs zu einem echten Asset statt zu einem später zu lösenden Problem. Wer mit deutschen Freunden in so einem Format antritt, sollte die Mock-Draft-Runden vorher nutzen, um nicht überrumpelt zu werden. Das spart wertvollere Draft-Picks und verhindert ein verwüstes Roster nach vier Runden.