Jason Collins, der Center der Authentizität, ist tot
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Jason Collins, der Center der Authentizität, ist tot

Jason Collins starb am Dienstag an Glioblastom, einer der aggressivsten Hirnkrebsformen. Er war 47 Jahre alt. Im November hatte er ESPN von seiner Diagnose berichtet: Stadium 4, unheilbar. Statt sich in Ruhe zurückzuziehen, reiste Collins nach Singapur, um experimentelle Therapien zu erhalten, die in den USA noch nicht zugelassen waren. Die Behandlung half genug, dass er zurückkam, die NBA All-Star Weekend Events in Los Angeles besuchte und ein Spiel seiner Alma Mater Stanford sah. Dann kam der Krebs zurück. Collins starb friedlich in seinem Zuhause in Los Angeles, umgeben von seiner Familie.

Die größere Geschichte spielte sich Jahre davor ab. Im Mai 2013, mitten in den NBA Playoffs, veröffentlichte Collins ein Coming-out in der Sports Illustrated. Er war der erste offen schwule Athlet in einer der vier großen nordamerikanischen Profiligen. Kein Skandal folgte, keine Verurteilungen. Stattdessen bekam Collins von zwei Menschen Anrufe, die zeigten, dass seine Entscheidung größer war als Basketball: Oprah Winfrey und US-Präsident Barack Obama. "Der Präsident sagte mir: Du wirst damit jemanden helfen, den du vielleicht nie treffen wirst in deinem Leben", erinnerte sich Collins später. "Das fand ich wirklich cool." Obama behielt recht.

Collins spielte danach noch ein Jahr für die Brooklyn Nets, 22 Spiele. Im Team standen Kevin Garnett, Paul Pierce und Brook Lopez. Trainer Jason Kidd kannte Collins vom gemeinsamen Einsatz in der Nets-Mannschaft von 2002-03, die es bis zu den NBA Finals schaffte. In seinen acht Saisons bei den Nets wurde Collins zur Konstante im Locker Room. Nicht nur als Konkurrenz um Rebounds und Defensive-Rebounds, sondern als einer, der Leute zusammenbrachte. Die Nets erinnerten in ihrer Würdigung daran, dass er "selbstlos, hart und tief respektiert" war von Mitspielern und Trainern.

Seine 13-jährige Karriere führte ihn durch New Jersey Nets, Memphis Grizzlies, Minnesota Timberwolves, Atlanta Hawks, Boston Celtics und Washington Wizards. Nach seinem Ausscheiden 2014 wurde Collins ein globaler Botschafter für die NBA. Die Liga schrieb in ihrer Stellungnahme, sein "Einfluss reichte weit über Basketball hinaus". Er half, die NBA, WNBA und die gesamte Sportcommunity offener und gastfreundlicher zu gestalten.

Ballports-Take: Jason Collins war keine NBA-Legende gemessen an Scoring oder Ringen. Seine Größe lag darin, dass er die Tür aufmachte für andere. Ein defensiver Center, der sich selbst als das Wichtigste sah: ehrlich zu sein. Das ist eine andere Art von Stärke, die in der Sportwelt lange ignoriert wurde. Für deutsche Fans ohne direkte NBA-Verbindung ist Collins' Geschichte eine Erinnerung daran, dass Mut nicht immer laut aussieht. Er sagte es einfach: Ich bin gut genug für diesen Job, und ich bin schwul. Die Reaktion vom US-Präsidenten zeigte, dass diese beiden Sätze zusammen mehr bewirkten als viele dachten.

Originalquelle: ESPN / NBAOriginal lesen →
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