Das größte Serien-Comeback in der NBA-Finals-Geschichte gelang den Cleveland Cavaliers 2016. Sie waren gegen die Golden State Warriors mit 3:1 zurück, drehten die Serie und gewannen die Meisterschaft. Die Cavs bleiben bis heute das einzige Team, das sich aus einem 3:1-Rückstand in einer Finals-Serie zurückgekämpft hat.
Doch während Cleveland das beeindruckendste Serien-Comeback schaffte, schrieben die New York Knicks 2026 Geschichte mit dem größten Einzelspiel-Comeback in einer NBA-Finals-Partie. In Spiel 4 der Finals gegen die San Antonio Spurs lagen die Knicks mit 29 Punkten hinten. Mit 1:22 verbleibend in der vierten Quarter übernahmen sie die Führung und gewannen 107:106. Jalen Brunson trug mit 36 Punkten die Hauptlast.
Auch die Boston Celtics zeigten 2008 beeindruckende Comebacks. In Spiel 4 der Finals gegen die Los Angeles Lakers lagen sie mit 24 Punkten zurück. Die Lakers führten nach dem zweiten Quarter 45:21, doch die Celtics wehrten sich ab. Sie outscorten Los Angeles in der dritten Quarter 31:15 und übernahmen schließlich die Kontrolle. Boston siegte 97:91 und baute ihre Series-Führung auf 3:1 aus.
Die Houston Rockets schafften 1995 in Spiel 1 gegen die Orlando Magic ebenfalls ein bemerkenswertes Comeback. Shaquille O'Neal und Anfernee Hardaway brachten Orlando mit 20 Punkten Vorsprung in Führung, doch Kenny Smith sorgte mit sieben 3-Pointern für Spannung. Hakeem Olajuwon tippte mit 0,3 Sekunden verbleibend einen fehlwurf ein, die Rockets gewannen 120:118 und fegten die Serie später komplett weg.
Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks boten 2011 in Spiel 2 gegen die Miami Heat ein Drama. Mit 7:13 verbleibend im vierten Quarter lagen die Mavericks mit 88:73 zurück. Nowitzki orchestrierte die Aufholjagd, erzielte den entscheidenden Layup mit 3,6 Sekunden auf der Uhr und Dallas gewann 98:96. Später besiegten die Mavericks die super trio aus LeBron James, Dwyane Wade und Chris Bosh in sechs Spielen.
Auch der Thunder zeigte 2012 Moral in Spiel 1 gegen Miami. Mit LeBron James, Kevin Durant, Russell Westbrook und James Harden lag Miami mit 37:24 vorne, doch Oklahoma City dominierte die restliche Zeit. Das Team um Durant übernahm die Serie, wobei Miami die nächsten vier Spiele gewann und ihre erste von zwei aufeinanderfolgenden Meisterschaften sicherte.
Dwyane Wade führte die Miami Heat 2006 in Spiel 3 gegen die Mavericks zurück. Mit 6:33 verbleibend im vierten Quarter war Miami mit 89:76 hinten und brauchte einen Sieg, da sie bereits 0:2 in der Serie zurücklagen. Wade explodierte mit 12 Punkten in einem 22:7-Lauf, Miami gewann und drehte die Serie später komplett.
Michael Jordan und die Chicago Bulls schrieben 1992 in Spiel 6 gegen die Portland Trail Blazers ein Stück Geschichte. Mit 13 Punkten Rückstand in den vierten Quarter startend, outscoreten die Bulls Portland 33:14 in den letzten zwölf Minuten. Jordan führte mit 33 Punkten an, sein zweiter direkter Finals-Titel war in der Tasche.
Für Basketball-Fans im deutschsprachigen Raum sind solche Comebacks wertvoll, um zu verstehen, warum die NBA weltweit fasziniert. Es sind nicht die statistischen Zahlen, sondern diese Momente mentaler Stärke und Durchsetzungswille, die den Sport definieren. Das 2016-Comeback der Cavaliers etwa ist in der kollektiven Erinnerung verankert, weil es nicht nur technische Exzellenz erforderte, sondern auch psychologische Belastbarkeit. Wer diese Spiele verfolgt, lernt, warum Finals-Erfahrung so wertvoll ist und wie Veteranen wie Jordan oder Nowitzki in entscheidenden Momenten die Kontrolle behielten.