NBA-Commissioner Adam Silver hat sich in San Antonio zu den laufenden Ermittlungen gegen die LA Clippers geäußert. Die unabhängige Kanzlei Wachtell, Lipton, Rosen & Katz untersucht seit September, ob die Clippers die Salary Cap umgangen haben, indem sie Geld an Superstar Kawhi Leonard über einen 28-Millionen-Dollar-Endorsement-Deal mit dem Fintech-Unternehmen Aspiration leiteten. Parallel zu dieser Vereinbarung hatte Aspiration selbst einen 300-Millionen-Dollar-Vertrag mit dem Team über 23 Jahre hinweg. Besitzer Steve Ballmer, der 60 Millionen Dollar in Aspiration investiert hat, bestreitet jede Kenntnis von Leonards Deal oder dass er das Unternehmen zu diesem Schritt angewiesen habe.
Silver betonte am Rande von Spiel eins der Finals zwischen den San Antonio Spurs und New York Knicks, dass die Untersuchung nicht endlos weiterlaufen könne. "Wir können nicht für immer ermitteln, aber irgendwann müssen wir das abschließen", sagte Silver. Gleichzeitig machte er klar, dass Genauigkeit Vorrang habe. Die Kanzlei sei bereits weit vorangekommen, und Silver sehe sich bald gezwungen, eine Frist zu setzen. Die Clippers und alle anderen 29 Teams müssen wissen, unter welchen Bedingungen sie operieren werden.
Die Ermittlungen bekamen zuletzt neuen Schwung durch ein gerichtliches Entwicklung: Joe Sanberg, Mitgründer von Aspiration, wurde am Montag zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt, nachdem er sich in zwei Fällen von Drahtbetrug schuldig bekannt hatte. Das Unternehmen ist seither bankrott. Silver wies jedoch darauf hin, dass er bei seiner Entscheidung nicht von Wahrnehmungen geleitet werden könne. "Mein Job ist es, den Fakten nachzugehen", sagte der Commissioner. Die unabhängige Kanzlei wird ihre Findings vorlegen, und Silver wird dann basierend auf diesen Erkenntnissen über etwaige Disziplinarmaßnahmen entscheiden.
Ballports-Take: Für die Liga geht es hier um die Integrität des Salary-Cap-Systems, das den Wettbewerb in der NBA regeln soll. Die Ermittlung zieht sich schon lange, und Klarheit tut dem Geschäft gut. Silver signalisiert damit auch, dass die NBA solche Fälle ernstnimmt, ohne vorschnell zu urteilen. Deutsche Fans sollten beobachten, wie diese Entscheidung ausfällt, da sie potenziell zeigt, wie streng die Liga künftig mit Regelbrüchen umgeht. Ein hartes Urteil gegen die Clippers könnte andere Teams abschrecken, ähnliche Konstrukte zu versuchen.