Lincoln Riley hat mit Oklahoma regelmäßig den College Football Playoff erreicht. Mit USC ist ihm das noch nicht gelungen. Jetzt sagt der Trojans-Trainer, dass sich das ändern wird. Im Interview bei den Big Ten Spring Meetings machte Riley deutlich, dass er sein Team für bereit hält. Nach fünf Jahren an der USC-Sideline, in denen die Trojans jedes Mal mit mindestens drei Niederlagen aus der Saison gingen, sieht Riley nun einen fundamentalen Unterschied.
Die ersten vier Saisons waren für Riley eine Lehrzeit. Nach dem Pac-12-Championship-Spiel in seinem ersten Jahr habe USC versucht, mit der Transfer Portal den nächsten Schritt zu machen, habe aber bei einigen Schlüsselpersonen danebengegriffen. Diese Fehlgriffe hätten dem Programm High-School-Talente gekostet, die man hätte entwickeln können. Das soll sich nun ändern. Im gerade abgelaufenen Offseason konzentrierte sich USC auf Spieler-Retentions und komplettierte die beste Recruiting Class des Landes. Darunter befinden sich fünf Top-35-Spieler und insgesamt 19 Recruits in den SC Next 300.
Rileys Vertrauen stützt sich auch auf strukturelle Veränderungen. Defensiv Coordinator Gary Patterson, ein ehemaliger Big-12-Rivale von Riley, kam ins Trainer-Team und soll die Abwehr stabilisieren. Ein neues On-Campus-Football-Performance-Center wird diesen Sommer eröffnet. Vor allem aber verfügt USC endlich über die Tiefe in der O-Line und D-Line, die dem Programm lange fehlte. Riley benutzt dafür ein anschauliches Bild: Am Anfang habe es sich angefühlt, als würde man vor einem Damm stehen, aus dem überall Wasser leckt. Jede Reparatur führte zu neuen Lecks. Jetzt, sagt Riley, gibt es nicht mehr viele Lecks.
Die Schedule ist anspruchsvoll. USC muss gegen Ohio State, Oregon und Washington antreten, die meisten davon zuhause. Auswärtsfahrten zu Indiana und Penn State stehen an. Notre Dame, der traditionelle Rivale, fehlt. Riley sagt, dass er und sein Team nun die Erfahrung und die Reife haben, um gegen diesen Kraftplan zu bestehen. Der Coach betont auch, dass er selbst besser geworden ist. Seine Jahre in Oklahoma seien komfortabel gewesen, habe ihm aber nicht die Problembewältigung beigebracht, die er jetzt braucht. USC soll sein Weg nach oben sein, und Riley glaubt fest daran, dass dieser Weg ins Playoff führt.
Ballports-Take: Riley hat mit Oklahoma vier Playoff-Auftritte geschafft und weiß, worauf es ankommt. Seine Aussagen zu USCs öffnendem Championship-Fenster lösten Diskussionen aus, aber Riley beharrt darauf, dass die Grundlagen stimmen. Für deutsche Fans, die College Football verfolgen, wird USC eine der spannendsten Mannschaften der kommenden Saison. Wenn Riley recht hat und die Trojans den Transfer-Portal-Kurs hält, könnte sich der Wechsel von einem Pac-12-Klassiker zu einem Big-Ten-Power tatsächlich als Wendepunkt erweisen. Die nächsten Wochen zeigen, ob die neuen Strukturen und das Recruiting-Erfolg wirklich den Unterschied machen.