Elliot Cadeau wird bei den Michigan Wolverines bleiben. Der Point Guard teilte diese Entscheidung durch seinen Agenten Drew Gross von WME Basketball am Donnerstag ESPN mit, einen Tag nachdem Cheftrainer Dusty May überraschend zu den Dallas Mavericks wechselte.
Cadeau war während Michigans Weg zur nationalen Meisterschaft der vergangenen Saison ein absoluter Ankerpunkt. Der 1,85 Meter große Point Guard startete alle 40 Spiele und wurde zum Most Outstanding Player des Final Four ernannt. Im Semifinale gegen Arizona spielte er mit 13 Punkten und 10 Assists auf, im Finalspiel gegen UConn legte er 19 Punkte nach. In seiner ersten Saison in Ann Arbor kam Cadeau im Schnitt auf 10,5 Punkte und 5,9 Assists pro Spiel.
Cadeau hatte seine College-Karriere an der University of North Carolina begonnen, verbrachte dort zwei Spielzeiten und transferierte dann im Frühling zu den Wolverines. Mit seiner Entscheidung, Michigan treu zu bleiben, schliesst er sich Guard Trey McKenney an, der bereits früher in der Woche seine Rückkehr verkündet hatte. McKenney war als Freshman bereits einer der besten Ersatzspieler des Landes und kam durchschnittlich auf 9,9 Punkte pro Spiel. In der kommenden Saison wird von ihm ein großer Sprung nach vorne erwartet.
Der Cheftrainer-Wechsel hatte am Montagmorgen Schockwellen durch die Basketball-Welt gesendet. May verlässt die amtierenden nationalen Champions und übernimmt die Dallas Mavericks. Michigan Athletic Director Warde Manuel ernannte daraufhin am Dienstag Assistant Coach Mike Boynton zum Interim Head Coach. Weil Michigan nur einen provisorischen Cheftrainer benannte, öffnet sich das Transfer Portal für Wolverines-Spieler erst 31 Tage nach Mays Abreise. Das gibt dem Programm ein Zeitfenster von 15 Tagen nach diesem späteren Startdatum, um mögliche Abgänge zu verkraften.
Für deutsche Basketball-Fans, die sich mit der NCAA auseinandersetzen, zeigt sich hier ein wichtiger Mechanismus: Die Stabilität eines Programms hängt oft davon ab, wie schnell Spieler nach einem Trainer-Wechsel signalisieren, dass sie bleiben. Cadeau und McKenney haben Michigan damit einen echten Vorteil verschafft. Mit zwei etablierten Führungsspielern, die Kontinuität bieten, kann Interim Coach Boynton den Übergang zum neuen Head Coach deutlich leichter gestalten. Das ist keine Selbstverständlichkeit, wenn ein Trainer zu einer NBA-Franchise wechselt.