Die Minnesota Vikings verstärken ihre Führungsebene mit prominenter Verstärkung aus der NFC North. Ryan Pace, der die Chicago Bears von 2015 bis 2021 als General Manager leitete, stößt diese Woche zum Team. Der neue Vikings-GM Nolan Teasley, erst vor wenigen Wochen von den Seattle Seahawks verpflichtet, holt sich mit Pace einen erfahrenen Gesprächspartner auf GM-Niveau ins Boot.
Pace verbrachte die vergangenen vier Jahre in der Personalbteilung der Atlanta Falcons und kennt sich in der NFL-Landschaft bestens aus. Für die Vikings bedeutet das eine sofortige Expertise in der Kaderplanung, während Teasley seinen neuen Job antritt. Mit Azzaam Kapadia kommt gleichzeitig noch ein zweiter ehemaliger Seahawks-Mann ins Haus, der als Assistant Director of Pro Scouting anheuert. Kapadia war drei Saisons lang bei Seattle tätig und arbeitete 2025 als Pro Scout.
Teasley hat damit bereits mehrere Teile des Seahawks-Personals mitgenommen. Neben Kapadia holte er sich auch Trent Kirchner als neuen Assistant General Manager. Außerdem verpflichtete Teasley Andrew Healy von den Cleveland Browns, wo dieser als Analytics Executive tätig war, ebenfalls als Assistant General Manager. Insgesamt vier etablierte Köpfe aus der Vikings-Organisation verließen das Team in der vergangenen Woche: Assistant General Manager Demitrius Washington, Senior Personnel Executive Jamaal Stephenson, Assistant Director of College Scouting Pat Roberts und Pro Scout Salli Clavelle. Der aktuelle Assistant General Manager Ryan Grigson bleibt bei den Vikings, wird aber eine andere Position übernehmen.
Teasley und Head Coach Kevin O'Connell berichten beide direkt an die Besitzer Zygi und Mark Wilf. Die Wilfs gaben Teasley ein klares Mandat: Er kann die Personalbteilung umgestalten, wie es für ihn nötig ist. Diese schnelle Umstrukturierung zeigt, dass Minnesota einen radikalen Neubeginn anstrebt. Pace bringt dabei acht Jahre Erfahrung als Bears-GM mit, Healy die analytische Komponente von Cleveland. Die Vikings setzen auf eine Mischung aus klassischer Scouting-Erfahrung und modernem Daten-Einsatz für ihre Zukunftsplanung.
Für deutschsprachige Fans sind solche Front-Office-Verschiebungen meist weniger spannend als aktuelle Spielertransfers. Dennoch lohnt sich der Blick darauf, weil sie beeinflussen, wie gut ein Team in Draft und Free Agency agiert. Ryan Pace machte bei den Bears einige gute Picks, hatte aber auch umstrittene Entscheidungen zu verantworten. Dass die Vikings ihn als Berater ins Haus holen statt als vollwertigen GM, könnte ein Kompromiss sein zwischen seiner Erfahrung und Teasleys neuer Richtung. Wer diese Konstellation führt, wird sich in den kommenden Drafts und Signing-Perioden zeigen.