Am 22. August öffnet sich in Portland ein Gebäude, das es in dieser Form noch nicht gab. Die Kaiser Permanente Performance Center wird das erste Trainingszentrum in den USA sein, das zwei professionelle Frauensportteams aus unterschiedlichen Sportarten teilen. Die Portland Fire aus der WNBA und die Portland Thorns aus der NWSL ziehen in das 150 Millionen Dollar teure Komplex auf einem 12 Hektar großen Gelände ein, das früher Nike gehörte.
Beiden Teams gehören Raj Sports, das von Lisa Bhathal Merage und Alex Bhathal geleitet wird. Das Trainingszentrum selbst ist beeindruckend ausgestattet: zwei Fußballplätze, eine zusätzliche Outdoor-Trainingsanlage, eine Sporthalle mit zwei Basketballplätzen, Kraft- und Reha-Bereiche, Umkleideräume für beide Teams, Filmsäle, Büros und ein Speiseraum.
Die offizielle Eröffnung ist Teil der sogenannten Epicenter Week, die vom 19. bis 23. August läuft. Präsentiert von Raj Sports und Nike, soll diese Woche die wachsende Bedeutung des Frauensports feiern. Kernstück ist der zweite Women's Global Sport Summit am 20. August in Nikes Zentrale in Beaverton. Hier treffen sich Führungskräfte aus Sport, Wirtschaft und Medien. Im vergangenen Jahr diskutierten dort South Carolina Coach Dawn Staley und New York City Marathon Siegerin Shalane Flanagan mit anderen Branchenführern.
Karina LeBlanc, Executive Vice President für Strategic Growth bei RAJ Sports, betont die Bedeutung dieser Zusammenarbeit: "Mit dem weltweiten Aufstieg des Frauensports wächst die Notwendigkeit für Zusammenarbeit und gemeinsame Führung über die gesamte Branche." Das neue Zentrum wird für die Thorns ein Umzug: Bisher trainieren sie und spielen im Providence Park in der Innenstadt. Die Fire nutzten bislang das Portland State University Campus.
Ballports-Take: Diese Eröffnung ist ein Statement für die strukturelle Gleichstellung im US-amerikanischen Profisport. Dass zwei Ligen und zwei Teams genug Vertrauen haben, um gemeinsam in eine Infrastruktur zu investieren, zeigt, wie ernst es um die Professionalisierung des Frauensports geworden ist. Für deutsche Fans ist das auch relevant: ELF und GFL arbeiten noch auf völlig separaten Infrastrukturen. Das Portland-Modell könnte zeigen, dass geteilte Anlagen nicht nur sparen, sondern auch eine gemeinsame Kultur der Exzellenz schaffen können.