Atlanta hat gegen die Golden State Valkyries mit 77:66 verloren, doch die Niederlage rückt in den Hintergrund angesichts einer Blessur, die Guard Allisha Gray in der Schlussphase des dritten Viertels erlitt. Gray wurde von einem Knie der Valkyries-Forward Cecilia Zandalasini getroffen, als sie versuchte, die Bewegung von Tiffany Hayes zu verteidigen. Zandalasini hatte einen Screen für Hayes gesetzt, und bei Grays Versuch, die Verteidigung zu wechseln, erwischte sie das Bein der Gegnerin im Midsection. Mehrere Minuten blieb Gray am Boden liegen, bevor sie unter eigener Kraft den Platz verließ. Drei Minuten ins vierte Viertel hinein wurde sie aus der Partie genommen.
Dream-Coach Karl Smesko äußerte sich hoffnungsvoll zur Verletzung, wollte aber erst am Donnerstag weitere Details mitteilen. Gray habe gute Laune gehabt, sagte er, räumte aber auch ein: "Wir hoffen wirklich, dass es nicht zu ernst ist. Sie hat ein ausgezeichnetes Jahr für uns." Für Gray war es ein frustrierender Abend geworden: Acht Punkte bei nur 3 von 10 Versuchen aus dem Feld. Das ganze Team Atlanta hatte Schwierigkeiten, nur 39 Prozent trafen aus dem Spiel, bei den Dreipunktversuchen war es noch schlimmer. Von der Drei-Punkt-Linie kamen gerade vier von 18 Versuchen.
Die Offensive konnte sich nicht durchsetzen, während Golden State eine Schießerei inszenierte. Rhyne Howard erzielte 12 Punkte für Atlanta, Angel Reese lieferte ein Double-Double mit 10 Punkten und 12 Rebounds ab. Rookie Madina Okot war mit 16 Punkten die beste Scorerin der Dream. Mit 66 Punkten insgesamt markierte Atlanta den niedrigsten Wert der Saison. "Wir haben jeden Shot bekommen, den wir wollten, wir haben sie nur nicht getroffen heute Nacht", sagte Reese. Die Valkyries hingegen schossen 45 Prozent aus dem Feld und trafen 15 Dreier. "Sie haben nichts Spektakuläres gemacht, das uns umgebracht hätte", analysierte Reese. "Es waren einfach diese Dreier. Wenn man von der Drei-Punkt-Linie 47 Prozent trifft, ist es schwer, gegen ein Team zu gewinnen."
Smesko identifizierte das zweite Viertel als Wendepunkt, in dem Atlanta 22:9 Punkte kassierte. Die Valkyries nutzten Atlants defensive Lücken für offene Würfe aus der Distanz. "Manchmal haben wir einfach zugeschaut, statt zu helfen, und dann kamen wir zu spät zu den Shootern", erklärte Smesko. Die Dream kämpften sich im vierten Viertel noch näher heran und reduzierten den Rückstand auf neun Punkte, doch der Schaden war angerichtet. Immerhin: Die Teams spielen bereits am Freitag erneut gegeneinander in Chase Center. "Man sollte zu viel über die Performance von Mittwoch nicht nachdenken", sagte Reese. "Zum Glück bekommen wir die Chance, am Freitag nochmal gegen sie zu spielen. Aber wir müssen definitiv in den Spiegel schauen und sehen, was wir verbessern müssen."
Für deutsche Basketball-Fans ist diese Story ein Schuss vor den Bug. Allisha Gray zählt nicht zu den bekannten Namen im DACH-Raum, aber Verletzungen wie diese können die Saison von Teams massiv beeinflussen. Atlanta war mit Gray in dieser Saison gut unterwegs gewesen, jetzt muss man ein bis zwei Tage warten, bis Klarheit herrscht. Spannender ist aber die taktische Komponente: Die Valkyries haben gezeigt, dass sie mit Volley aus der Distanz ein Problem für Atlanta darstellen. Das ist nicht nur eine Sache von Talent, sondern auch von konzentrierter Verteidigungsarbeit.